„Ihr könnt jetzt die Welt erobern“

Akademische Feier und Abiball in der Hugenottenhalle

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Besser geht’s nicht: Die 17-jährige Helena Kipcic schaffte mit einer glatten 1,0 den besten Abschluss des Jahrgangs.

Neu-Isenburg - Es gab viel zu feiern und endlich die langersehnten Zeugnisse: Die Goetheschüler haben diese Woche ihr Abitur gleich zweifach in der Hugenottenhalle zelebriert – mit einer Akademischen Feier am Donnerstag und dem Abiball.

99 Abiturienten der Goetheschule sowie zwei weiteren, „externen“ Abiturienten konnte Schulleiter Ralph Hartung am Donnerstag bescheinigen, dass sie die Reifeprüfung bestanden haben. Bei der großen Akademischen Feier, zu der sich viele schon richtig schick gemacht hatten und somit bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den Abiball gestern Abend boten, gab’s die schriftliche Bestätigung des Erfolgs – darunter sechs Einser-Zeugnisse. Beste Schülerin des Jahrgangs, der insgesamt einen Durchschnitt von 2,44 schaffte, ist Helena Kipcic. Sie schloss gar alle Prüfungen mit der Idealnote 1,0 ab.

Endlich geschafft: Die Abiturienten der Goetheschule haben ihr Reifezeugnis in der Tasche und können das Ende der Schulzeit, aber auch den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt feiern.

Beim Treffen vor der Hugenottenhalle wurde sich gegenseitig freudig begrüßt, es gab ja auch allen Grund dazu. Dann bat die „Event-Tante“, wie sich Catrin Sörensen, die Veranstaltungsmanagerin des Abends, nannte, alle in den Hugenottensaal. Unter den Gästen waren nicht nur Eltern und Geschwister der Abiturienten, sondern auch der Ex-Goetheschüler und heutige Landrat Oliver Quilling sowie Bürgermeister Herbert Hunkel. Nachdem das Schulorchester musikalisch mit „Also sprach Zarathustra“ auf den Abend eingestimmt hatte, verwies Hartung bei seiner Begrüßung darauf, dass die Zeugnisübergabe mit der Verabschiedung ein wichtiges Ereignis im Leben der noch jungen Abiturienten sei. „Das größte Problem für die angehenden Abiturienten, so scheint es mir, war die Frage: Unter welchem Motto soll der Abiball stattfinden?“, schilderte der Schulleiter seine Erfahrungen. „Käpt´n Blaubär – immer blau und trotzdem schlau“, sollte es nicht sein. Schließlich wurde „Adios, 12 Jahre Siesta – jetzt Fiesta“ genehmigt. Er sehe viele Helden unter den Abiturienten, „aber auch die Eltern waren sicherlich Helden, als sie immer wieder Vokabeln abfragen oder Launen aushalten mussten“, so Hartung. Besonders verwies der Schulleiter auf zwei Externe, die neben ihrer beruflichen Verpflichtung auch noch alle Prüfungen an der Goetheschule erfolgreich abgelegt haben.

„Ihr habt es geschafft, das Reifezeugnis ist eine wichtige Grundlage für euren weiteren Lebensweg“, betonte Oliver Quilling. Bei den G8-Abiturienten seien die Anforderungen besonders hoch gewesen, was zu Lasten der Freizeit ging, so der Landrat. Er stellte den Abiturienten eine recht gute Zukunftsperspektive in Aussicht. „Der Arbeitsmarkt wartet dringend auf qualifizierten Nachwuchs, ihr könnt die Welt erobern“, sagte Quilling.

Zeugnisübergabe der Goetheschule in Neu-Isenburg: Fotos

„Wenn ich in den Saal blicke, sehe ich künftige Ingenieure, erfolgreiche Unternehmer und vielleicht gar wieder einen Astronauten“, meinte Herbert Hunkel. Die Goetheschule habe schon immer besondere Persönlichkeiten hervorgebracht, verwies der Bürgermeister auf den ehemaligen Bundesverfassungsrichter Alfred Söllner oder auf den Astronauten Thomas Reiter. Hunkel dankte aber auch den Goetheschülern, die junge Menschen aus der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in ihre Schule eingeladen und sich auch dort ehrenamtlich gekümmert hatten.

Dann überreichten die Tutoren den Abiturienten die Zeugnisse. „Ja, ich wollte ein guten Abschluss, dass er dann so gut wurde, freute mich umso sehr“, erzählte Helena Kipcic, die die Traumnote 1,0 erreichte. Die erst 17-Jährige, deren Eltern aus Kroatien nach Deutschland kamen, hat ihre Leistungsfächer Deutsch und Englisch ganz bewusst ausgewählt, denn sie will „International Management“ studieren. So ganz einfach zugeflogen seien ihr die Leistungen freilich nicht. „Ich habe meine Zeit richtig geplant und mich reingehängt.“ Dennoch fand sie Zeit, dreimal in der Woche zum Volleyballtraining beim TV Neu-Isenburg zu gehen. „Meine Mannschaft wollte ich nicht im Stich lassen“, so die Erfolgsschülerin. Nun beginnt sie ein Studium an der WHU Otto Beinsheim School of Management in Vallendar. Ihr Ziel? „Ich möchte einen Führungskraft in einem internationalen Unternehmen werden.“

lfp

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