Goldener Abschluss mit Freude und Wehmut

Schumann-Schule verabschiedet Neunt- und Zehntklässler

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Die Zeugnisse wurden in größtenteils prächtiger Abendkleidung in Empfang genommen.

Babenhausen - Tschüss, Joachim-Schumann-Schule! Ihre Zeugnisse zum Real- und Hauptschulabschluss erhielten am Mittwochabend 120 Schüler in der Stadthalle. In Ballkleidern und Sakkos wurde stolz über den roten Teppich gelaufen. Von Michael Just

Zur Freude schwang auch Wehmut über das Ende dieses Lebensabschnitts mit. Für die Abgänger sollte der Abschied auf jeden Fall „golden“ sein: Dafür stand das Motto „Golden Twenties – Die goldenen Zwanziger“. Mit leuchtendem Bühnenschmuck, darunter der großen Jahreszahl „2018“, wurde es umgesetzt. Auch goldene Dollar-Münzen, wenngleich nicht in Edelmetall, lagen auf den Tischen. Nur die vergoldeten Ananas auf einigen Stehtischen passten nicht ganz ins Bild, da die Frucht in dieser Farbe bekanntermaßen einen Preis ohne Bedeutung symbolisiert. Sieht man die Abschlusszeugnisse als Preis für Lernerfolg, kommt dem Papier doch erhebliches Gewicht zu. So fiel der Realschulabschluss bei 35 Schülern so gut aus, dass sie zukünftig eine Oberstufe oder ein berufliches Gymnasium besuchen können. 35 weiteren wurde die Eignung für eine Fachoberschule attestiert. Bei den Abgängern des neunten Jahrgangs erreichten 17 einen qualifizierten Hauptschulabschluss, sieben einen einfachen. Ein besonderes Lob erhielten die erfolgreichen Schüler der PuSch-Klassen der benachbarten Edward-Flanagan-Schule. Alljährlich nehmen sie ebenfalls an der Abschlussfeier teil. 2018 dürfen sich jeweils sechs Förderschüler über einfache und qualifizierte Hauptschulabschlüsse freuen.

Wie Schulleiter Reiner Becker, der von den Moderatoren Anna Rink, Rinor Krasniqi und Emre Ucar als „Boss“ auf die Bühne gerufen wurde, sagte, können die meisten Abgänger die Zeit auf der JSS als erfolgreich betrachten. Dass einige Schüler momentan nicht genau wissen, wo sie sich auf der Leiter des Lebens befinden, sollte nicht beunruhigen. „Ihr steht genau da, wo euch die Schule und die Gesellschaft haben will“, hob Becker heraus. Er erinnerte daran, dass Eltern, Jahrgangsleiter oder auch die Schulsozialarbeit einen großen Anteil haben, dass man sich an dem gegenwärtigen Punkt befindet. Den Schülern riet er, sich darauf einzustellen, dass zukünftig mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung gefragt ist. Zudem führte Becker an, dass der Tag auch in der Geschichte der Schule eine Wegmarke darstellt: Als eine Art Schnittmenge verabschiede man die letzten Zehntklässler, die noch nach den Prinzipien einer kooperativen Gesamtschule unterrichtet wurden. Parallel werden die ersten Neuntklässler aus dem neuen System einer integrierten Gesamtschule entlassen.

Bilder vom Abschlussball der Georg-Büchner-Schule Rodgau

Bei der Würdigung der besten Zeugnisse wurden aus den zehnten Klassen die Namen Joshua Sieg, Jan Philip Heil und Anna Zöller aufgerufen. Die beiden Jungs kamen auf einen Notenschnitt von 1,5, die Schülerin gar auf 1,0. Im neunten Jahrgang schafften den besten Schnitt Ceyla Yavuz (2,1), Ömer Olan (2,2) und Justus Kirchschlager sowie Tim Seuß (beide 2,2). Für sein soziales Engagement im Sanitätsbereich erhielt Jens Boßler ein Geschenk. Bis zu sechs Jahre waren einige Lehrer mit ihren Zöglingen zusammen. Die bevorstehende Trennung entfachte, zur Freude über die Abschlüsse, auch Wehmut. Schüler Philipp Weidner lobte Klassenlehrerin Katharina Müller, dass sie die Klassengemeinschaft zusammenschweißte und im Lauf der Jahre zur großen Vertrauensperson und Freundin wurde. „Ich sah euch aufwachsen“, blickte Lehrer Halis Gülec zurück. Jedem seiner Schüler komme deshalb ein Platz in seinem Herzen zu. „Ich bin für euch da, egal, um was es in Zukunft geht. Das Ende der Zeit hier bedeutet nicht, dass ihr aus der Welt seid“, machte der Pädagoge deutlich.

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