Aus dem Nest geflogen

Hauptschüler der Kreuzburgschule mit qualifizierendem Abschluss

+
16 Hauptschüler der Hainburger Kreuzburgschule (zwei konnten nicht an der Feier teilnehmen) können stolz sein darauf, was sie in den zurückliegenden Jahren schafften: Alle erreichten einen qualifizierenden Hauptschulabschluss.

Klein-Krotzenburg - Besondere Ergebnisse kann der Rektor der Kreuzburgschule Hainburg zum Schuljahresende in der Entlassfeier eigentlich immer verkünden. In der gestrigen Feier mit mehr als 500 Gästen in der Kreuzburghalle standen die Hauptschüler im Blickpunkt.

Alle 16 Schülerinnen und Schüler der 9H von Michael Weinert erreichten einen qualifizierenden Abschluss und hatten schon während des Schuljahres in ihren Projektprüfungen geglänzt. Einmal mehr ist das der Lohn dafür, dass Beate Ackermann und Jörg Grasmann aus der Schulleitung sich in den zurückliegenden Jahren ganz gezielt der Hauptschüler angenommen haben und im Team mit den anderen Lehrkräften die Jugendlichen in jeder Hinsicht fördern. So war es nicht verwunderlich, dass der Hainstädter Rudolf Bax in seiner Funktion als Geschäftsführer des Lions-Clubs Seligenstadt mit Gülsah Özbek (Notendurchschnitt von 1,6) für die Hauptschule und mit Magdalena Reinhardt (1,1) die beste Realschülerin aus der 10bR als Schulbeste ehren konnte und zur Freude der Schülerinnen jeweils einen Anerkennungspreis von 250 Euro überreichte. Auch die weiteren Klassenbesten konnten sich mit ihren Ergebnbissen sehen lassen: Adnan Hayee aus der 10aR schaffte einen Durchschnitt von 1,2, Laura Montalto (10cR) 1,3 und Noah Engelhaupt (10dR) 1,4.

Insgesamt erreichten 44 Realschüler den Abschluss, und 49 Schüler den qualifizierenden Realschulabschluss. Dass nicht nur die Leistungen auf dem Papier zählen, das machte Schulleiter Eckhard Finger in seiner Rede nach einem musikalischen Einstieg der Gitarrengruppe deutlich. Wichtig sei es ein Ziel vor Augen zu haben, „denn wer nicht weiß, wo er hin will, kommt vielleicht da an, wo er gar nicht hin wollte“. Finger weiter: „Auch der beste Notendurchschnitt garantiert nicht den Erfolg, sondern die beste Einstellung auf die Zukunft, die Grundhaltung zum Lernen und Vertiefen der Fertigkeiten. Und auch das gute Benehmen und die ehrliche Höflichkeit.“ Das untermauerte auch der Erste Beigeordnete Alexander Böhn und forderte die Jugendlichen in Anlehnung an Peter Ustinov auf, „jedes Jahr mehr zu lernen als im Jahr davor“ und „offen zu bleiben für Neues“.

Lobende Worte in einer Feier, die Wido Paskert gekonnt moderierte, gab es vom Elternbeirat, auch mit einem Dank an die Elternbeiräte, vom Lions-Club („Es ist besser das Leben aktiv mitzugestalten, als darüber zu klagen, dass nichts passiert“) und von Noah Engelhaupt als Schulsprecher, der seinen Mitschülern zurief: „Nun müssen wir den Mut finden, Entscheidungen selbst zu treffen, unseren eigenen Weg finden und unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. Jetzt gibt es keine Ausrede mehr!“

Bilder zur Abschlussfeier an der Kreuzburgschule Hainburg

Allein dieser Aufruf hätte womöglich ein paar Wochen früher erfolgen müssen, denn die Beiträge und Präsentationen der einzelnen Klassen auf der Bühne sind vor allem inhaltlich allemal noch ausbaufähig. Mächtig ins Zeug gelegt hatten sich wieder einmal die Aktiven des Schulfördervereins mit Sandra Bader an der Spitze, die im Foyer für einige Snacks und Getränke sorgten und auf der Bühne die Klassenbesten ebenso mit kleinen Geschenken ehrten wie die aktiven Schüler der Hausaufgabenbetreuung Thitiya Surawit, Ines Gomes-Pereira, Gülsah Özbek (alle 9H) und Kevin Junker (10bR).

„Heute fliegt ihr aus eurem Nest“, kündigte Moderator Wido Paskert die letzten Programmpunkte an und dankte auch denen, die „hinter den Kulissen“ wirken, ohne die die Schule nicht funktionieren könnte. Dekan Dieter Bockholt erinnerte vor seinem Segensspruch an die zahlreichen pädagogischen Angebote in der Schule und freute sich über die Dankbarkeit so vieler Jugendlicher für „ein wohl behütetes Nest“ Schule, aus dem die Jugendlichen nun in die Lebensrealität hinaufliegen. Und einen Schocker hatte sich Rektor Eckhard Finger für den Schluss aufgehoben: Eine achtseitige Rede habe er noch auf seinem Stuhl. Von wegen. Er machte es kurz: „Ihr seid entlassen!“ (beko)

Kommentare