„Macht die Welt etwas besser“

Abschlussfeier für 135 Absolventen der  Merianschule

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Dr. Stephan Kotowski überreichte im Namen des Lionsclubs Seligenstadt Gutscheine an die Jahrgangsbesten Björn Birkemeyer (Klasse 10c, Note1,4) und Justin Börner (9bH, 1,5)

Seligenstadt - Es war ihr Fest: 135 Absolventen der Seligenstädter Merianschule ließen sich an ihrem letzten Schultag feiern. Von Sabine Müller 

Es wurde aber auch ein wenig zum Fest der Lehrkräfte, denen die jungen Leute zum Abschied vielfach dankten für die Begleitung und Unterstützung in den vergangenen Jahren. Mit Applaus empfingen Kollegium, Familien und Freunde die Schülerinnen und Schüler, als sie in die vollbsetzte Sporthalle der Real- und Hauptschule einzogen. Mit „blendendem Aussehen“, wie ihnen Schulleiter Günter Urban mit Blick auf Anzüge und Festkleider bescheinigte. Von den 135 Abgängern verlassen 32 die Schule mit einem Hauptschulabschluss, 103 mit einem Realschulabschluss - 70 mit einem qualifizierenden Abschluss, informierte der Schulleiter in seiner Ansprache. „Viele werden auf die weiterführende Schule gehen, viele eine Ausbildung beginnen. Nur die wenigsten wissen noch nicht wie’s weitergeht. Vier sind ohne Abschluss, und mancher muss die 9. oder 10. Klasse wiederholen.“

Wie im Sport, wo sich jüngst die deutsche Nationalmannschaft verabschieden musste, sei es auch im richtigen Leben, meinte Günter Urban. „Dabei werden soziale Bindungen verloren gehen.“ Doch seitdem sie mit zehn Jahren an die Schule gekommen seien, hätten die Jugendlichen viel erlebt, das sich im Gedächtnis eingebrannt habe. Er dankte nicht nur dem Kollegium und den Eltern für ihre Unterstützung, sondern – mit einem Augenzwinkern - auch den Schülern: „Ihr wart toll, das bisschen Klopapier hat dem Schulgebäude nicht geschadet.“ Dann gab der Rektor ihnen zwei Dinge mit auf den Weg. Den Auftrag, ihre ganz eigene Kultur weiterzutragen und einen Text des amerikanischen Schauspielers und Komikers George Carlin, in dem dieser Sozialkritik an der Konsumgesellschaft übt. „Ich weiß, keine leichte Kost, auch mit Moralin gespickt, aber ihr seid es mir wert“, erklärte Urban und wünschte sich: „Macht die Welt etwas besser.“

Mit dem Titel „Golden“ hatte die Schulband unter Leitung von Perry Reuter eingangs auf das Programm eingestimmt. Bevor der Moderator – Konrektor Wolfhard Schulz – ihr nächstes Lied „Sweet dreams“ ankündigte, das mit starken Stimmen der drei Sängerinnen dargeboten wurde, erhielten die Jahrgangs- und Klassenbesten Geldpreise für herausragende Leistungen. So zeichnete Dr. Stephan Kotowski vom Lions-Club Seligenstadt die Schulbesten Björn Birkemeyer (10cR/Note 1,4) und Justin Börner (9bH/1,5) mit Geldpreisen aus, Rudolf Dehmer vom Schul-Förderverein die weiteren Klassenbesten: Amelia Grzesiczak (9aH/2,4), Aylin Yilmaz (10aR/2,1), Tobias Scherer (10aR/2,1), Kevin Rückert (10bR/1,5), Luis Möller (10dR/1,6). Auch die Schulsprecher Jessica Kallenberg und Alexander Speyer wurden für ihr Engagement belohnt.

Abschlussfeier der Merianschule in Seligenstadt

Für ihren Mut zum Solo-Auftritt und beachtliche musikalische Darbietungen erhielten zwei Schüler begeisterten Applaus: Isabelle Orendi, die „Time to say goodbye“ interpretierte sowie Daniel Kaiser, der mit Gitarre und Reibeisenstimme „Tuesday’s gone“ präsentierte. Einzelne akrobatische Einlagen hatte auch die Choreografie der Hip-Hop-AG, angeleitet von Stephan Prümm. Neben den Schülern bevölkerten viele Lehrerinnen und Lehrer die Bühne: Den Abschlussklassen war es ein Anliegen, ihren Pädagogen für Geduld, Verständnis, Begleitung und Unterstützung im Laufe ihrer Schulzeit zu danken. Sie wurden deshalb nach oben gebeten, mit Blumen und kleinen Geschenken bedacht und zum Vergnügen des Publikums auch charakterisiert, etwa durch Oscars für den allwissendsten, humorvollsten, ehrgeizigsten Lehrer. Zum großen Finale versammelten sich schließlich alle Absolventen vorne und stimmten gemeinsam einen Hit von Mark Forster an, um das Ende eines Lebensabschnitts und den Beginn einer neuen Zeit zu feiern:…“wir brechen auf, lass die Leinen los, die Welt ist klein und wir sind groß“.

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