Wie „Ich und Du“ ein „Wir“ wird

Am Friedrich-Ebert-Gymnasium haben 88 Schüler ihr Abitur in der Tasche

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Die zwei Dutzend besten Abiturienten des Friedrich-Ebert-Gymnasiums: Jeder von ihnen hat einen Notendurchschnitt besser als 2,0.

Mühlheim - Bei zweien hat’s nicht gereicht. Aber 88 Schüler des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG) haben ihre Reifeprüfung bestanden. Sie erhielten in der Willy-Brandt-Halle ihr Zeugnis. Daneben wurden einige auch für ganz besondere Leistungen ausgezeichnet.

Sarah Patricia Maul war die Nummer Eins. Nicht nur bei der akademischen Feier des Mühlheimer Friedrich-Ebert-Gymnasiums für ihre 88 neuen Abiturienten, wo Sarah das Programm mit Schuberts Impromptu eröffnete. Die junge Dame ist auch die Beste des ganzen Abi-Jahrgangs. Ihre Durchschnittsnote 1,0 brachte ihr auch ein Stipendium der Sparkassen-Stiftung in Höhe von 2500 Euro ein.

Marita Immel-Schelzke und Matthias Belz vom Lions-Club hoben ihrerseits das Engagement einiger Abgänger in Vereinen hervor: Paul Lindner ist im Ruderverein, bei den Messdienern und für das Zeltlager der Katholischen Jugend von St. Markus aktiv.

Im Namen des FEG-Fördervereins ehrte Petra Müller den Absolventen Felix Lalla. Er habe bei allen Veranstaltungen geholfen, stets Dienste bei Auf- und Abbau übernommen. Für die Preise der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Deutschen Chemiker wählten Jochen Dietz, Bernd Gruber-Schmal und Martin Stolze Robyn Lisa Streit und Philip Kreis aus. Kathy Ludwig sprach den Preis der Mathematiker-Vereinigung Tim Böhnlein zu, der zur selben Stunde am Bundeswettbewerb in Würzburg teilnahm.

Direktor Stefan Sturm und Oberstufenleiter Jens Bodensohn überreichten Buch-Gutscheine an alle, die mit einem Durchschnitt besser als 2,0 abgeschnitten haben: Neben Pianistin Maul sind das Paul Daniel Lindner und Tim Böhnlein mit 1,2, Hannah Marit Ridder (1,3), Isabella Maria Gogesch und Lisa Johanna Busch (1,4), Sebastian Wiegand (1,5), Emily Beyer, Svenja Brauburger, Maja Sophie Kanka und Felix Dario Lalla (1,6), Florentine Fuchs, Nathalie Muntzke, Robyn Lisa Streit und Jelena Karolin Wagner (1,7), Lena Carrasqueira, Hannah Sophie Lindig, Svenja Martius, Melissa Röhl und Fabian Zajac (1,8) sowie Nele Marie Barwinna, Marcel Baume, Sarah Hoffmann, Philip Kreis und Paul Ewald Oppermann (1,9).

Sturm beleuchtete die „Sieben Stufen bis zum Zeugnis vom Tutor“, erinnerte an die Lebensetappen vom Kindergarten bis zum Abi, an das Kribbeln im Bauch, wenn man am liebsten im vertrautem Umfeld bleiben möchte. Doch, „nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich ent-raffen“, sagte einst Hermann Hesse. „Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten“, schrieb der Autor.

„Das ist wichtig für sie, und es ist wichtig für unsere Gesellschaft“, sagte der Schulleiter. „Nur Menschen, die ihren Blick erweitern, sind in der Lage, von ihren eigenen Problemen abzusehen und eine globale Perspektive einzunehmen.“

Der Pädagoge riet also, den Blick zu weiten, „Verständnis für den Zusammenhang zwischen unserem Lebensstil und der Zukunft unseres Planeten“ zu zeigen, Ungerechtigkeit zu erkennen und die „Situation von Menschen, die ihre Heimat verlassen und woanders Zuflucht suchen“ zu begreifen.

Als Konsequenz mögen die Zuhörer „den eigenen Lebensstil hinterfragen, wenigstens kleine Schritte zu mehr Umweltbewusstsein gehen, sich für eine gerechtere Welt einsetzen, politisch engagieren, Menschen mit ihrer eigenen Lebensgeschichte wahrnehmen. „Wir haben im FEG versucht, sie zu mündigen jungen Erwachsenen zu bilden, und vor allem wollten wir sie zu gesellschaftlichem Engagement motivieren, Werte wie Toleranz und Einfühlungsvermögen vermitteln.“ Mit Hesse verabschiedete Sturm die jungen Leute auch: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

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Bürgermeister Daniel Tybussek gratulierte, „sie haben die Voraussetzungen in der Tasche, können gestärkt und selbstbewusst etwas aus diesem Leben machen“. Daniela von Staudt vom Schulelternbeirat riet, selbstbestimmt zu handeln, Vorbilder und gute Freundschaften im Herzen zu behalten. Für Petra Müller, Vorsitzende des Fördervereins, konnte die Gemeinschaft den Jugendlichen „viel mitgegeben – Zeit, Geld und vor allem Liebe“. Jetzt müssten sie neue Wege beschreiten, sich selbst finden: „Schule ist für immer vorbei.“

„Ältere sprechen von der schönsten Zeit, wir könnten uns keine schlimmere vorstellen“, erheiterte Talha Chaudhry für die Schülervertretung und wünschte eine erfolgreiche, glückliche und aufregende Zukunft.

Jahrgangssprecherin Anita Grbesa skizzierte, wie „aus Ich und Du ein Wir wurde“. Für den neuen Lebensabschnitt empfahl sie ihren Wegbegleitern: „Glaubt an euch, vergesst nicht Gesundheit und Umwelt und immer wieder aufzustehen.“ (m)

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