Brutale Tat vor 30 Jahren

Anklage nach Vergewaltigung und Mordversuch

Offenbach/Aschaffenburg - Er soll eine Frau aus dem Raum Offenbach stundenlang vergewaltigt, mehrfach auf sie eingestochen und schließlich in einem Waldstück bei Aschaffenburg verscharrt haben.

Wegen dieses Verbrechens im Januar 1988 ist nun – mehr als 30 Jahre später – Anklage gegen den Tatverdächtigen erhoben worden. Der 55 Jahre alte Mann muss sich wegen versuchten Mordes verantworten, teilte das Landgericht Aschaffenburg heute mit. Der Mann hielt die Frau für tot, als er sie verscharrte, tatsächlich lebte sie noch. Der Prozess beginnt am 22. Mai in Aschaffenburg. Es sind sieben Verhandlungstage geplant. Der Mann war im Oktober 2017 überraschend festgenommen worden, nachdem ein altes Beweisstück routinemäßig auf DNA-Spuren untersucht worden war. Nach seiner Festnahme hatte der Mann zunächst die Vergewaltigung gestanden, den Mordversuch aber nicht. Er sitzt seitdem in U-Haft.

Die damals 22-Jährige hatte sich nach der Tat schwer verletzt zu einer nahen Straße geschleppt, wo sie von einem Autofahrer gefunden wurde. Eine Großfahndung blieb erfolglos. Angeklagt werden konnte der Mann nur wegen versuchten Mordes, denn Mord kann strafrechtlich nicht verjähren. Der Tatbestand der Vergewaltigung dagegen ist der Staatsanwaltschaft zufolge seit 2008 verjährt. Im Falle eine Verurteilung wegen versuchten Mordes kann das Sexualverbrechen beim Strafmaß aber mit berücksichtigt werden. (dpa)

Mann in Geleitsstraße niedergeschossen: Bilder

Rubriklistenbild: © dpa

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