Leistungen nicht erbracht

AOK registriert mehr Hinweise auf Betrug im Gesundheitswesen

+
Symbolbild

Offenbach - Die AOK Hessen hat in den vergangenen zwei Jahren deutlich mehr Hinweisen auf Betrug im Gesundheitswesen nachgehen müssen.

2017 und 2016 seien insgesamt 840 Hinweise zu möglichem Fehlverhalten eingegangen, rund 25 Prozent mehr als im vorigen Zeitraum, teilte die AOK Hessen gestern in ihrem Zweijahresbericht mit. Nicht erbrachte Leistungen, Rezeptfälschungen und Doppelabrechnungen gehören dabei zu den häufigsten Fällen. 65-mal wurde zum Beispiel ein teures Wachstumshormon-Präparat an Sportler verschrieben, das eigentlich für Kinder gedacht ist. Gesamtwert: rund 280.000 Euro. Eine gängige Packungsgröße kostet fast 5000 Euro.

Die gefälschten Rezepte wurden nach AOK-Angaben fast ausschließlich in hessischen Apotheken eingelöst, in der Regel spätabends oder nachts, bevor die Täter ab 2017 ihre Tätigkeit auf angrenzende Bundesländer ausweiteten. Ein anderes Beispiel betrifft einen ambulanten Pflegedienst, der nicht erbrachte Leistungen in Rechnung gestellt hatte. Wie die Polizei mitteilte, erhielten die Pflegebedürftigen keine der der angegebenen Leistungen. So wurden Körperwäschen oder Hilfeleistungen bei Toilettengängen zwar abgerechnet, aber nie erbracht. Den Beschuldigten wurde in 64 Fällen Abrechnungsbetrug in Höhe von fast 65.000 Euro zur Last gelegt. Insgesamt konnten in den vergangenen zwei Jahren so 3,3 Millionen Euro zurückgeführt werden.

Fotos: Offenbacher Gesundheitsspiele an Rodgauer Schulen

Von den 448 bearbeiteten Verdachtsfällen landeten am Ende allerdings nur 117 bei der Staatsanwaltschaft. Der Rest der Hinweise erwies sich entweder als unbegründet oder muss erst noch bearbeitet werden. (soh/dpa)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.