„Immer weniger Arbeitslose“

Arbeitsmarkt in Hessen: Probleme bei der Suche nach Fachkräften

Offenbach/Hanau - Die Zahl der Arbeitslosen steigt in Region und in Deutschland zwar. Dennoch warnt die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor Problemen bei der Suche nach Fachkräften. Von Marc Kuhn 

Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Januar deutlich gestiegen – allerdings ist der gerade abgelaufene Monat der beste Januar seit 26 Jahren gewesen. 167.610 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion laut der Deutschen Presse-Agentur gestern in Frankfurt mitteilte. Das waren 11.257 Menschen mehr als im Dezember, aber auch 11.514 weniger als im Januar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote lag mit 5 Prozent um 0,4 Punkte unter dem Wert des Vorjahresmonats.

„Es gibt immer weniger Arbeitslose, die Besetzung von Stellen wird schwieriger“, erklärte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion. „Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit sind in den letzten beiden Jahren deutlich weniger geworden.“ Gleichzeitig wachse der Anteil arbeitsloser Menschen über 50 Jahren, von Ausländern und Langzeitarbeitslosen in Hessen. „Wir müssen mehr Zeit bei der Integration dieser Personengruppen einkalkulieren, was auch mehr Zeit für Qualifizierung und Weiterbildung bedeutet“, sagte Martin. Etwa 35 Prozent der Arbeitslosen in Hessen sind langzeitarbeitslos, rund 37 Prozent sind Ausländer und etwa 31 Prozent über 50 Jahre alt.

Im Januar stieg die Arbeitslosigkeit im Offenbacher Agenturbezirk an. 15.354 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1114 mehr als im Dezember und 773 weniger als im Januar 2017, wie die Agentur Offenbach mitteilte. Die Quote erreichte 5,9 gegenüber 5,5 Prozent im Dezember.

„In Stadt und Landkreis Offenbach ist die Arbeitslosigkeit angestiegen und folgt damit dem für Januar saisonüblichen Trend“, erläuterte Agenturchef Thomas Iser. „Beendete Beschäftigungsverhältnisse zum Jahres- und Quartalsende sowie Zugänge aus witterungsabhängigen Branchen lassen die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn regelmäßig ansteigen. Bei der Betrachtung der Vergleichszahlen der letzten Jahre zeigt sich aber, dass die Arbeitslosenzahl seit 2002 in einem Januar nicht mehr so niedrig war.“

Jeder dritte Arbeitslose zu arm für viele Alltagsgüter

In der Stadt Offenbach sind 6992 Erwerbslose registriert worden, 6,5 Prozent mehr als im Dezember, teilte die Agentur mit. Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,9 Prozent gegenüber 9,3 Prozent im Dezember.

8362 Männer und Frauen waren im Kreis Offenbach arbeitslos gemeldet, das waren 9,0 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,1 auf 4,5 Prozent.

10.424 Menschen waren im Januar im Hanauer Bezirk arbeitslos, 685 mehr als im Dezember, berichtete die dortige Agentur. Die Erwerbslosenquote stieg auf 4,7 Prozent gegenüber 4,3 Prozent im Vormonat. In der Stadt Hanau wurden 4 042 Arbeitslose verzeichnet, 105 mehr als im letzten Monat. Die Erwerbslosenquote stieg auf 8,2 gegenüber 8,0 Prozent im Vormonat.

„Der Arbeitsmarkt in Südhessen ist gut in das Jahr 2018 gestartet“, erklärte Birgit Förster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Darmstadt. Im Januar waren in diesem Bezirk 21 150 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl um 1040 Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,8 Prozent. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurden 7640 Arbeitslose registriert. Im Vormonat waren es 7366. Die Quote lag bei 4,7 Prozent.

Saisonbedingt ist die Zahl der Arbeitslosen auch in Deutschland im Januar gestiegen  – im Vergleich zum Vormonat um 185 000 auf 2,57 Millionen. Der Anstieg fiel nach Angaben der BA in Nürnberg geringer aus als üblich. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Punkte auf 5,8 Prozent.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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