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Gullydeckel-Attacke auf Regionalbahn: Lokführer ist Hauptverdächtiger - Festnahme

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Nach der Gullydeckel-Attacke auf eine Regionalbahn bei Bad Berleburg steht der 49-jährige Lokführer des Zuges selbst unter Tatverdacht.

Dramatische Wende bei der Gullydeckel-Attacke auf eine Regionalbahn: War es am Ende der Lokführer selbst. Die DNA-Spuren lassen darauf schließen.

Update, 25. April, 19.40 Uhr: Der nach der Gullydeckel-Attacke auf seinen Zug unter Tatverdacht geratene Lokführer ist bis auf Weiteres beurlaubt. Der Triebfahrzeugführer sei aus dem Dienst genommen worden, um ihn zusätzlich zu den laufenden Ermittlungen nicht weiter zu belasten, sagte eine Sprecherin der Hessischen Landesbahn am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Update, 25. April, 17.10 Uhr: Am Mittwoch war der 49-Jährige aus Lünen bei Dortmund vorläufig festgenommen worden. Am Donnerstag sei er wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil keine Haftgründe wie Flucht- oder Verdunkelungsgefahr vorlagen, sagte der Staatsanwalt. Ermittler hatten am Mittwoch die Wohnungen des Lokführers in Erndtebrück und Lünen durchsucht. Zu möglichen Funden wollte der Staatsanwalt zunächst keine Angaben machen. Das mögliche Motiv liege bislang im Dunkeln. "Die Ermittlungen dauern an", betonte er.

Auch zur Frage, ob der Lokführer die Gullydeckel selbst im mehr als 20 Kilometer entfernten Hilchenbach entwendet hatte, gebe es noch keine Klarheit, sagte der Staatsanwalt. Insgesamt vier gusseiserne Abdeckungen von Wasserabflüssen am Straßenrand waren mehr als 24 Stunden vorher an einer Straße gestohlen worden. Zwei baumelten nach Ermittlerangaben später von der Brücke, ein weiterer wurde im Gleisbett gefunden. Den vierten stellte die Polizei in Tatortnähe sicher.

Nach Gullydeckel-Attacke auf Regionalbahn - War es der Lokführer?

Update, 25. April, 15.12 Uhr: Die Spurenlage bei Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen deute daraufhin, dass der Mann zwei massive Gullydeckel an Seilen und Ketten befestigt und an einer Brücke über die Gleise hinabgelassen haben könnte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Siegen am Donnerstag. Es seien DNA-Spuren am Tatort gefunden worden. Am Morgen des 13. April steuerte der Mann dann nach Polizeiangaben den ersten Zug über die Strecke. Der Mann bestreite die Tat. Das mögliche Motiv liege im Dunkeln.

Update, 25. April, 14.58 Uhr: Nach der Gullydeckel-Attacke auf eine Regionalbahn bei Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen steht der 49-jährige Lokführer des Zuges selbst unter Tatverdacht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Ein Zug der Hessischen Landesbahn war vor knapp zwei Wochen gegen mehrere Gullydeckel gefahren, die an Seilen von einer Brücke über den Schienen hingen.

Gullydeckel durchschlagen Zugscheibe - so geht es dem Fahrer

Update, 15. April, 12.52 Uhr: Nach der Gullydeckel-Attacke auf einen Regionalzug der Hessischen Landesbahn (HLB) in Nordrhein-Westfalen hat sich das Unternehmen geschockt gezeigt. "Das war ein ungeheuerlicher Anschlag, bei dem bewusst der Tod eines Menschen in Kauf genommen wurde. Es handelt sich um keinen sogenannten Dumme-Jungen-Streich. Das ist jemand geplant und mit krimineller Energie vorgegangen. Wir sind sehr betroffen und erschrocken", sagte HLB-Sprecherin Sabrina Walter am Montag in Frankfurt auf Anfrage. "Wir würden gern wissen, ob es uns zufällig getroffen hat oder die HLB bewusst geschädigt werden sollte." Ein Erpresser- oder Bekennerschreiben liege aber nicht vor.

Der Lokführer erlitt laut HLB einen mittelschweren Schock. Er sei krankgeschrieben und erhole sich derzeit zu Hause. Betreut werde er vom Notfall-Management des Unternehmens. "Wir sind heilfroh, dass durch seine geistesgegenwärtige Reaktion nichts Schlimmeres passiert ist." Der betroffene Zug werde derzeit in einer Werkstatt in Siegen untersucht. Nach erster Schätzung liegt der Sachschaden bei mindestens 20.000 Euro, wie die Sprecherin sagte.

Gullydeckel durchschlagen Zugscheibe: Reaktion des Fahrers verhindert Schlimmeres

Update, 15. April, 12.19 Uhr: Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen. Die Behörden suchen dringend Zeugen. "Wenn jemand massive Gullydeckel auf Höhe des Fahrerstandes hängt, dann geht es nicht mehr darum, den Zug am Dach oder an der Seite zu beschädigen. Dann nimmt man den Tod des Fahrers billigend in Kauf", erläuterte der Staatsanwalt. Deshalb werde wegen versuchten Mordes ermittelt. Der oder die Täter hätten eine aus Ketten und Seilen gebastelte Konstruktion mit mehreren Gullydeckeln gebaut. Einen der Gullydeckel beschrieb der Staatsanwalt als einen massiven quadratischen Rost, wie man ihn als Abdeckung von Wasserabflüssen am Straßenrand verwendet.

Nach Auskunft des Bahnunternehmens - der Hessischen Landesbahn - hat der Zugführer einen Schock erlitten und wird von einem Notfallteam betreut. Der "Bild"-Zeitung sagte eine Sprecherin zum Hergang des Anschlags und der schnellen Reaktion des Mitarbeiters: "Er hat eine Notbremsung durchgeführt und sich nach hinten weggeduckt, sodass ihn weder Glassplitter noch Gullydeckel getroffen haben. Sonst wäre er jetzt tot." Die eingleisige Strecke könne seit Samstagnachmittag wieder befahren werden.

Gullydeckel durchschlagen Zugscheibe - neue Details der Ermittler

Upd ate, 15. April, 11.10 Uhr: Im Fall der Gullydeckel-Attacke auf einen Regionalzug in Nordrhein-Westfalen haben die Ermittler keine Hinweise auf einen Terroranschlag. "Für einen Terroranschlag gibt es nach aktuellem Stand der Ermittlungen keine Hinweise", sagte ein Sprecher der Polizei am Montag.

Da von einer Brücke mehrere Gullydeckel an einer Strickkonstruktion über der Bahnstrecke zwischen Erndtebrück nach Bad Berleburg hingen, sei es aber planmäßiges Handeln gewesen. Deshalb sei eine Mordkommission eingerichtet worden. "Wir schließen momentan nichts aus", erklärte der Polizeisprecher weiter. Am Tatort würden an diesem Montag noch einmal mehrere Beamte nach Spuren suchen.

Die Gullydeckel-Attacke auf die Bahn wurde als Mordversuch eingestuft.

Erstmeldung, 14. April, 10:20 Uhr: Bad Berleburg - Nach einer als Mordversuch eingestuften Attacke auf einen Regionalzug in Nordrhein-Westfalen haben die Behörden am Sonntag mit Hochdruck nach Hinweisen auf Täter gesucht. Zeugen sollten sich dringend melden, erklärte die Polizei.

Unbekannte hatten in der Nacht zum Samstag mehrere Gullydeckel von einer Brücke herab an Seilen über den Schienen aufgehängt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Deckel durchschlugen die Frontscheibe eines Zuges der Hessischen Landesbahn, der zwischen Bad Berleburg und Erndtebrück fuhr. Wegen einer geplanten Leerfahrt waren keine Fahrgäste an Bord. Über die betroffene Strecke führt die von der Hessischen Landesbahn betriebene Linie RB 93, die zwischen Bad Berleburg und dem rheinland-pfälzischen Altenkirchen verkehrt und auch über Siegen führt.

Der Zugführer wurde bei der Attacke zum glück nur leicht verletzt.

Zugführer hat "instinktiv richtig" gehandelt

Der 49-jährige Zugführer habe "instinktiv richtig" gehandelt, hieß es. Deshalb sei er nur leicht verletzt worden, hieß es. Die Behörden sprachen von einem Mordversuch. In der Nacht zum Freitag waren den Angaben zufolge in der Stadt Hilchenbach westlich vom Tatort vier Gullydeckel gestohlen worden. Sie stammten aus der Fahrbahn einer Kreisstraße. Einen der entwendeten Deckel fanden Ermittler am Samstag nahe einem Schulzentrum. Auch wer dort etwas beobachtet habe, solle sich melden.

dpa

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