Insgesamt neun Verletzte

Brand in Bromskirchen: Zwei Familien verlieren ihr Zuhause - Frau und 5-jähriges Kind schwer verletzt

Ein Fachwerkhaus im nordhessischen Bromskirchen stand am Samstagmorgen in Vollbrand. Neun Personen wurden verletzt - eine Frau und ein Kind schwer.

  • Feuer in einem Fachwerkhaus in Bromskirchen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
  • Die Bewohner konnten sich selbst ins Freie retten.
  • Entgegen erster Meldungen wurden neun Menschen bei dem Brand verletzt, eine Frau und ein Kind schwer.

Update, 18.01.2020, 17.41 Uhr: Nach dem Feuer in einem Fachwerkhaus am Samstagmorgen in Bromskirchen kommen weitere Details heraus. So teilt die Polizei am späten Nachmittag mit, dass entgegen der ersten Meldung nicht vier, sondern neun Personen bei dem Feuer verletzt wurden. Eine 30-jährige Frau und ein 5-jähriges Kind wurden mit Brandverletzungen ins Krankenhaus gebracht. 

Insgesamt haben zwei Familie n in dem Haus gelebt. Sechs weitere Bewohner (38, 34, 33, 14, 9 und 1 Jahr alt) wurden leicht verletzt - teils durch umherfliegende Glassplitter. Sie wurden ambulant vor Ort behandelt. Zudem verletzte sich während der Lösch- und Aufräumarbeiten ein Feuerwehrmann - er zog sich vermutlich eine Fußfraktur zu.

Der Schock sitzt tief in Bromskirchen: Ein Nachbar steht fassungslos auf der Hauptstraße und schaut auf die Überreste des Fachwerkhauses: "Das ging innerhalb weniger Minuten. Da war einfach nichts mehr zu retten", sagt er und erzählt weiter: „Ich war gerade zum Bäcker unterwegs, da sah man die Flammen von zu Hause aus weit in den Himmel schlagen. Größer, als die umstehenden Häuser."

Bromskirchen: Haus stand bei Eintreffend er Feuerwehr bereits in Vollbrand

„Das Haus stand bei unserem Eintreffen schon im Vollbrand“, schildert Bromskirchens Gemeindebrandinspektor Andreas Kautz. Nur wenige Minuten benötigten er und seine Truppe aus Bromskirchen zur Einsatzstelle. Unterstützung bekamen sie von den Feuerwehren aus Somplar, Allendorf und Frankenberg. Zudem wurden mehrere Rettungswagen und der Notarzt, sowie die Polizei zur Einsatzstelle nach Bromskirchen gerufen. „Gott sei Dank waren schon alle Leute aus dem Haus ins Freie gelangt“, sagt Andreas Kautz vor Ort erleichtert.

Feuerwehreinsatz in Bromskirchen: Einsatzkräfte haben das Zuhause vieler Familien erhalten

Die Hauptaufgabe der Feuerwehren sei es nicht mehr gewesen, das brennende Gebäude zu löschen. „Wir konnten nicht ins Gebäude, das wäre viel zu gefährlich gewesen“, erklärt Kautz.

Die Ehrenamtlichen hätten eine andere, in diesem Moment noch wichtigere Aufgabe und die sei ihnen auch gelungen: Alle umstehenden Gebäude konnten vor den Flammen bewahrt werden und somit haben die Feuerwehrleute am Samstagmorgen vielen Leuten das Zuhause erhalten. Viele Hydranten, auch außerhalb des Ortes, mussten dafür angezapft werden und viele Meter Schlauchleitung verlegten die Feuerwehrleute weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit.

„Das Haus, was da hinten quer zur Straße steht, geht fast direkt ans Brandgebäude“, schildert ein Anwohner am Gehweg, als er mit dem Finger in die Richtung zeigt, wo viele Feuerwehrleute zu diesem Zeitpunkt mit Nachlöscharbeiten beschäftigt sind. Dieses Haus und die vielen anderen in der engen Bebauung haben die Einsatzkräfte gerettet. Der Mann fühlt mit den beiden Familien, die in dem abgebrannten Gebäude wohnten. 

Bromskirchen: War eine Heizung betrieben mit Propangas Schuld am Feuer?

Die Brandursache ist laut Polizei noch unklar, die Brandermittler der Kripo ermitteln aktuell noch. Im Ort aber sind sich einige Anwohner schon sicher, was das Feuer ausgelöst hat - und auch gar nicht überrascht: „Es war leider eine Frage der Zeit“, schildert ein direkter Nachbar die Situation dort. 

Die Familien hätten nahezu alles, was brennbar gewesen wäre, in den Ofen gesteckt und später, weil keine Heizung im Haus sei, mit Propangas geheizt. Diese Schilderung des Nachbarn lässt einige schlucken. Ob das wirklich der Auslöser war, bleibt Spekulation. Die Ermittlungen dazu laufen.

Bromskirchen: Nachlöscharbeiten dauerten bis in den späten Nachmittag

Bis zum säten Nachmittag waren die Einsatzkräfte noch mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt. Unterstützt wurden sie den ganzen Tag von Anwohnern. Die hatten Garagen, Gasthäuser, Keller und Werkstätten geöffnet, in denen sich die Einsatzkräfte zwischendurch ausruhen konnten sowie Kaffee, Getränke sowie belegte Brote und Brötchen bereitgehalten.

Erstmeldung, 18.01.2020, 9.52 Uhr: Alarmiert wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr am Samstagmorgen (18.01.2020)  gegen 7,20 Uhr, zu einem Wohnhausbrand in Bromskirchen. Ein Nachbar hatte das Feuer entdeckt und den Notruf gewählt.

Das Fachwerkhaus in der Hauptstraße stand in Vollbrand, dennoch gelang es allen Bewohnern, sich noch rechtzeitig aus dem brennenden Gebäude zu retten. Im Einsatz waren die Feuerwehr aus Bromskirchen, Somplar und Allendorf, die ein Übergreifen auf Nachbargebäude verhindern konnten. 

Bromskirchen: Vier Verletzte bei Wohnhausbrand

Nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei wurden vier Personen verletzt, darunter auch zwei Kinder. Eine Erwachsene wurde schwer, jedoch nicht lebensbedrohlich, verletzt. 

Feuer in Bromskirchen: Haus ist unbewohnbar - Brandursache wird ermittelt

Der Sachschaden wird nach ersten Schätzungen auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Die Brandursache ist bislang nicht bekannt. Beamte der Kripo Korbach werden dahingehend die Ermittlungen aufnehmen.

Die Ortsdurchfahrt von Bromskirchen ist derzeit voll gesperrt. Es wird vonseiten der Polizei gebeten, die Einsatz- und Rettungskräfte nicht zu behindern und die An- und Abfahrtswege freizuhalten.

Am Freitag hatte es in Vöhl (Waldeck-Frankenberg) in einer Asylunterkunft gebrannt: Dort war das feuer in zwei Zimmern ausgebrochen. Zehn Bewohner des Hauses konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen, allerdings fahndet die Polizei derzeit nach einem 20-jährigen Bewohner, der verdächtigt wird, die Brände gelegt zu haben. 

dir/jun/112-magazin.de

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Rubriklistenbild: © 112-magazin.de

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