Sechs von 13 Kreis-Kommunen erhöhen mindestens einen Hebesatz

Mainhausen dreht gleich dreimal an den Steuerschrauben

Offenbach - Der Bund der Steuerzahler Hessen hat die Steuerpolitik der Städte und Gemeinden im Landkreis Offenbach unter die Lupe genommen. Fazit: Ein Vergleich aller Steuersätze und Bagatellsteuern zeigt, dass von den 13 Kreis-Kommunen sechs in diesem Jahr mindestens eine kommunale Steuer erhöhten.

Mainhausen steigerte sogar alle drei Realsteuerhebesätze, berichtete Joachim Papendick, Vorsitzender des hessischen Steuerzahlerbunds (BdSt). Die wichtigsten Zahlen:

Grundsteuer B 

Die Hebesätze der Grundsteuer B erreichten inzwischen Werte, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wären, bemängelte der BdSt. Der Durchschnitt im Kreis Offenbach liegt in diesem Jahr bei 474 Prozent, 22 Punkte höher als 2016. Zum Vergleich: Im Main-Kinzig-Kreis sind es aktuell knapp 400 Prozent. Insgesamt fünf Kommunen im Landkreis Offenbach drehten an der Steuerschraube, darunter Mainhausen mit einem Anstieg von 359 auf 395 Punkte. Spitzenreiter mit jeweils 600 Prozent sind Dietzenbach und Langen vor Egelsbach (564). In Langen wird die Grundsteuer A weiter ansteigen. Geplant sind jeweils 50 Punkte in den nächsten zwei Jahren. Hintergrund: Die Landesregierung zwingt die Stadt zu einem Haushaltsausgleich bis 2019.

Gewerbesteuer

Auch hier ist die Kreisstadt Dietzenbach Spitzenreiter mit 395 Prozent, Neu-Isenburg verlangt trotz einer Anhebung um 25 Punkte mit 345 Prozent am wenigsten. Erhöhungen gab es in Mainhausen mit sieben Punkten auf nunmehr 357 Prozent und in Obertshausen (plus 15) auf jetzt 372 Prozent. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung stieg im Vergleich zum Vorjahr um vier Punkte auf 368 Prozent.

Grundsteuer A

Hier drehten nur Mainhausen und Egelsbach an der Steuerschraube. Egelsbach erhöhte die für land- und forstwirtschaftlich Flächen erhobene Steuer um 64 Punkte auf 564 Prozent und liegt damit 242 Punkte über dem Kreisdurchschnitt von 322 Prozent. In Mainhausen ging es um 56 Punkte auf 276 Prozent hoch.

Bund der Steuerzahler prangert öffentliche Verschwendung an

Die Steueranhebungen reichen laut Steuerzahlerbund aber nicht aus, um die Haushaltsdefizite einzudämmen. „Von den 13 kreisangehörigen Kommunen planen in diesem Jahr elf ein Haushaltsdefizit ein“, kritisierte Papendick und nannte die Entwicklung „alarmierend“. Er forderte verstärkte Sparanstrengungen der Städte und Gemeinden, übte aber auch Kritik an der schwarz-grünen Regierung. Denn das Land dränge die Kommunen „auf unterschiedliche Weise, die Steuern immer weiter zu erhöhen“. (ad)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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