Pläne der Landesregierung

Chaos um kostenlose Corona-Schnelltests: Ärzte und Apotheker in Fulda ratlos - Kann es heute losgehen?

In einer Fuldaer Pflegeeinrichtung sind insgesamt 54 Bewohner und 33 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.
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Schnelltests sollen ein wichtiger Baustein für vorsichtige Lockerungen des Lockdowns werden.

Ministerpräsident Bouffier hat angekündigt, dass jeder Bürger ab Montag Anspruch auf wöchentlich einen kostenlosen Schnelltest hat. So weit, so gut. Bei denen, die die Tests durchführen sollen, herrscht allerdings Verwirrung. Denn die Tests stehen überhaupt nicht in den erforderlichen Mengen zur Verfügung. Viele Fragen sind ungeklärt.

Fulda/Wiesbaden - Wer nach der Tagung des hessischen Corona*-Kabinetts am Donnerstagmittag dem Ministerpräsidenten und seinem Gesundheitsminister aufmerksam zuhörte, hatte keinen Zweifel: Nach dem von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ausgelösten Schnelltest-Chaos hat die Landesregierung in Hessen* das Heft des Handelns in die Hand genommen: Landesvater Volker Bouffier (CDU) erklärte, die Tests seien für die Bürger ab Montag beim Arzt, in der Apotheke oder im Testzentrum* möglich. Und Minister Kai Klose (Grünen) sprach von einer „ausreichenden Verfügbarkeit von Schnelltests“.

Doch offenbar wurde vergessen, vorher diejenigen zu informieren, die die Tests durchführen sollen. Ralph-Michael Hönscher, Hausarzt und Vorsitzender des Gesundheitsnetzes Osthessen (GNO) in Fulda*, sagte am Freitag auf die Frage, ob es am Montag losgehe mit den Tests: „Das können Sie vergessen. Die meisten Praxen haben lediglich Schnelltests für das eigene Personal, aber nicht für eine große Zahl von Patienten.“ Bund und Länder hätten sich das zwar wunderbar ausgedacht, Massenschnelltests seien jedoch kurzfristig nicht durchführbar. Man arbeite aber mit dem Landkreis Fulda an einem Konzept. *Fuldaer Zeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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