Coronavirus

Corona: Maskenpflicht wird verschärft - Was jetzt wichtig ist

In Zukunft müssen in Hessen beim Einkaufen, im ÖPNV und in Gottesdiensten medizinische Masken getragen werden. Das müssen Sie nun beachten.

  • In Hessen werden medizinische Masken in Geschäften und im ÖPNV Pflicht.
  • Der Hessische Apothekerverband in Offenbach erwarten einen regelrechten Ansturm auf hochwertige Corona-Masken.
  • Alles, was Sie jetzt über Verwendung und Verfügbarkeit von OP- und FFP2-Masken wissen müssen.

Offenbach ‒ Die „Alltagsmaske“ hat bald ausgedient. Ab Samstag (23.01.2021) müssen in Hessen hochwertige, medizinische Masken getragen werden, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt oder einkaufen geht. Die Maskenpflicht gilt im Bundesland bereits seit dem 27. April 2020, doch jetzt wird sich noch einmal einiges ändern. Was heißt das für die Hessen?

Bislang galt als geeignete Maske zum Schutz vor Corona ein in Form genähtes Stück Stoff oder ein Schal. Die Maske musste weder genormt noch zertifiziert sein. Wichtig war nur, dass die Maske sowohl Mund als auch Nase vollständig bedeckt. Plastikvisiere sind zum Beispiel in Hessen schon länger nicht mehr als Mund-Nasen-Schutz zugelassen. Die Visiere bedecken Mund und Nase nicht vollständig und liegen nicht am Gesicht an. Dadurch besteht kein ausreichender Schutz vor einer Corona-Infektion. Die neuen Corona-Regeln sehen jetzt aber die Nutzung von medizinischen Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 sowie OP-Einwegmasken im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen vor.

Wegen Corona: Verschärfte Maskenpflicht in Hessen: Apothekerverband in Offenbach rechnet mit Ansturm

In Deutschland wurden mittlerweile mehrere Variationen des Coronavirus nachgewiesen. Sie gelten als deutlich ansteckender als das ursprüngliche Virus. Um sich wirkungsvoller schützen zu können, werden OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 benötigt. Diese Verpflichtung gilt auch für Kinder ab sechs Jahren. Angesichts der Verschärfung der Corona-Regeln erwarten die Apotheken in Hessen eine steigende Nachfrage nach den höherwertigen Masken. „Ich gehe davon aus, dass sich mehr Leute mit Masken eindecken“, sagte eine Sprecherin des Hessischen Apothekerverbands in Offenbach der Deutschen Presse-Agentur wenige Tage vor Inkrafttreten der neuen Maskenpflicht.

Jetzt ist im Nahverkehr und beim Einkaufen in Hessen ein medizinischer Mund-Nasenschutz wie OP- oder FFP2-Masken Pflicht. (Symbolbild)

Wo bekomme ich eine medizinische Corona-Maske her? Preis, Geschäft, Verfügbarkeit

Die Apotheken haben die medizinischen Masken in ausreichender Zahl vorrätig. „Sie sind aufgrund der Gratisabgabe an Risikopatienten gut bevorratet“, erklärte die Verbandssprecherin in Offenbach. Bei Engpässen könne man außerdem innerhalb weniger Tage Nachschub bekommen, die Lieferanten seien zuverlässig.

Für Menschen, die im Falle einer Corona-Infektion besonders gefährdet sind, sollen die Krankenkassen Gutscheine für jeweils zwölf FFP2-Masken ausstellen. Mit einem Eigenanteil von zwei Euro je sechs Masken sollen damit 34,1 Millionen Bürger Gutscheine erhalten, mit denen sie die Masken in Apotheken erhalten.

Auch Aldi Süd stellt sich für die steigende Nachfrage nach FFP2-Masken auf. Der Discounter will einem Bericht von „Chip“ zufolge ab dem 1. Februar FFP2-Masken im Sortiment führen. Eine 2er-Packung soll knapp fünf Euro kosten, die Masken seien CE-zertifiziert.

FFP2-Maske oder OP-Maske - Darin unterscheiden sich die Masken zum Schutz vor Corona voneinander

OP-Masken sind in der Regel rechteckig geschnitten und grün oder blau gefärbt. Sie tragen ein CE-Zeichen, wenn sie EU-weit gültigen Sicherheitsanforderungen genügt. Den Träger selbst schützen OP-Masken nur begrenzt, der Schutz vor dem Coronavirus ist aber grundsätzlich höher, je enger die Maske anliegt. Aber: Sie sorgen dafür, dass beim Sprechen und Husten weniger Tröpfchen in die Umgebungsluft gelangen, über welche sie in die Atemwege anderer Personen gelangen und diese infizieren können.

FFP2-Masken schützen nicht nur andere Personen im Umfeld des Trägers, sondern auch den Träger selbst. Sie müssen mindestens 94 Prozent der Aerosole filtern, so die Maßgabe des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Neben FFP2- gibt es auch FFP1 und FFP3-Masken. Letztere bieten sogar einen 99-prozentigen Schutz gegen Partikel aus der Umgebungsluft.

FFP2-Masken mit einer CE-Kennung.

OP-, KN95/N95-, oder FFP2-Maske: Darauf müssen Sie für richtigen Schutz vor Corona achten

Der Hessische Apothekerverband in Offenbach empfiehlt, beim Kauf einer Maske, die zuverlässig vor dem Coronavirus schützen soll, auf eine seriöse Bezugsquelle zu achten. Außerdem sei ein sehr niedriger Preis bei medizinischen Masken ein Warnzeichen. „Wenn eine FFP2-Maske nur 1,20 Euro kostet, sollte man besser nachdenken, ob man sich dieses Schnäppchen leistet oder doch besser auf eine andere zurückgreift“, heißt es vom Verband.

Über die Zertifizierung lässt sich außerdem prüfen, ob eine Maske gefälscht ist: Zertifizierte Masken tragen ein CE-Zeichen, dem eine vierstellige Nummer folgt. Findet sich diese Nummer nicht in der „Nando“-Datenbank der Europäischen Kommission, handelt es sich möglicherweise um einen Fälschung.

BezeichnungFFP2-Maske
Bedeutung von 'FFP''Filtering Face Piece'
Schützt Fremde wie auch den Träger selbst effektiv vor dem Coronaviurs
Vorgeschriebene minimale Filterleistung 94 Prozent der Aerosole aus der Umgebungsluft
Gängiges Gütekennzeichen'CE' mit vierstelliger Nummer, welche die zuständige Prüfstelle ausweist

N95- und KN95-Masken – Gegen Corona genauso effektiv wie FFP2-Masken?

N95-Masken sind für den US-amerikanischen Markt hergestellt und müssen dortigen Normen gerecht werden, KN95-Masken stammen aus China. Verbraucherschützer bewerten ihre Filterwertung der „Hessenschau“ zufolge als ähnlich der von FFP2-Masken. Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände würden auch Masken vom Typ P2, D2, oder CPA effektiv vor dem Coronavirus schützen.

Wie Sie Ihre Maske richtig reinigen und wann sie nicht mehr gegen Corona schützt

Schon beim Aufsetzen der Maske ist Vorsicht geboten: Die Hände sollte man davor desinfizieren und die Maske dann nur an den Bändern anfassen. Es gilt zu beachten, dass die Ränder der Maske eng am Gesicht anliegen, sodass nirgendwo Luft am Maskenstoff vorbeiströmen kann.

Grundsätzlich gilt: FFP2-Masken dürfen nicht gewaschen werden, sonst verlieren sie ihre Filterwirkung. Auch dürfen sie nicht im Ofen oder in der Mikrowelle getrocknet werden. Dass sie auch mal trocknen, ist wichtig, denn durchfeuchtete Masken bieten keinen effektiven Schutz gegen Coronaviren. Deswegen wird dazu geraten, eine einzelne Maske maximal 75 Minuten am Stück zu tragen und diese dann trocknen lassen, bevor man sie wiederverwendet. Richtig durchgetrocknet sind sie allerdings erst nach einer Woche.

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Zum Schutz vor Corona: FFP2-Masken aufbereiten – Mit diesen Hinweisen klappt es sogar im Ofen

Wissenschaftler der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität haben noch eine zweite Methode erfolgreich erprobt: Faltbare FFP2-Masken lassen sich im Ofen aufbereiten. Eine Stunde auf Backpapier auf einem Backrost bei 80 Grad Celsius Ober/Unterhitze würde möglicherweise im Maskenmaterial verortete Viren abtöten. Mit dieser Methode könnte man eine FFP2-Maske bis zu fünfmal wiederverwenden. Wichtig dabei sei, dass die Maske davor mindestens rund einen halben Tag lang nicht getragen worden ist und trocknen konnte. Auch die Temperatur im Ofen sollte stimmen, zu wenig Hitze tötet nicht alle Viren, bei zu viel Hitze könnte die Maske Schaden nehmen.

OP-Masken sind dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zufolge Einwegprodukte und sollten daher regelmäßig entsorgt und gegen neue getauscht werden. (Isabel Wetzel/Matthis Pechtold)

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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