Fuldas Polizeipräsident Voß im Interview

Warum die Pandemie auch die Kriminalität verändert: Corona stellt Polizei vor Herausforderungen

Günther Voß ist Polizeipräsident vom Polizeipräsidium Osthessen.
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Günther Voß ist Polizeipräsident vom Polizeipräsidium Osthessen.

Die Corona-Pandemie stellt die Polizei vor neue Herausforderungen. Einige Delikte sind weniger geworden, andere haben zugenommen. Auch bei der Kontrolle der Corona-Maßnahmen sind Beamte gefragt und müssen stets die Verhältnismäßigkeit berücksichtigen, wie Günther Voß (64) erklärt.

Fulda - Polizeipräsident Günther Voß, Chef des Polizeipräsidiums Osthessen in Fulda, spricht im Interview* über Kritik an der Polizei, die Herausforderungen während der Corona*-Pandemie und die Frage, wie sich Kriminalität verändert hat.

Herr Voß, wie viele Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen haben Ihre Beamten bisher registriert?
Wir haben in unserem Dienstbezirk, das sind die Landkreise Fulda*, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg*, im vergangenen Jahr rund 750 Ordnungswidrigkeitenverfahren und vereinzelt Strafverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaregeln zur Anzeige gebracht. Bei den Ordnungswidrigkeiten waren es im Frühjahr und Sommer überwiegend Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum, im Herbst und Winter dagegen eher Verstöße gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder die Ausgangsbeschränkungen.
Kommt es oft vor, dass Personen von Nachbarn angeschwärzt werden?
Ja, es kommt immer wieder mal vor, dass Bürgerinnen und Bürger mögliche Verstöße gegen die Coronaregeln mitteilen. Meist sind es Ansammlungen von mehreren Personen in der Öffentlichkeit, die zum Einschreiten der Polizei führen. Man muss dabei den Einzelfall prüfen und – wie immer – die Verhältnismäßigkeit im Blick behalten. *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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