Am Anfang steht das Telefon

Zehn zentrale Untersuchungsstellen für Corona-Verdachtsfälle in Hessen 

Coronavirus
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Zehn zentrale Untersuchungsstellen für Corona-Verdachtsfälle in Hessen  (Symbolbild)

In Hessen werden zehn zentrale Untersuchungsstellen für Corona-Verdachtsfälle eingerichtet. Wo diese Untersuchungsstellen sind, wird vorerst geheim gehalten.

  • Zehn Teststellen für Corona-Verdachtsfälle in Hessen eingerichtet
  • Erstkontakt erfolgt nur per Telefon
  • Auch Deutsche Bahn reagiert auf Coronavirus

Offenbach – Um Arztpraxen zu entlasten und die zunehmende Nachfrage nach Tests auf das Coronavirus bewältigen zu können, hat die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) gemeinsam mit der Landesärztekammer Hessen, der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) und dem Sozialministerium zentrale Untersuchungsstellen eingerichtet.

Coronavirus: Erste Einschätzung durch Ärzte und Ämter

Insgesamt zehn solcher Testzentren sind seit Dienstag in Betrieb. Dort sollen begründete Verdachtsfälle auf das neuartige Virus getestet werden. Die Standorte der Testzentren gibt die KV Hessen allerdings nicht in der Öffentlichkeit preis. „Wir möchten verhindern, dass Menschen sich eigenständig auf den Weg dorthin machen“, erläutert ein KVH-Sprecher auf Anfrage.

Patienten würden bei begründetem Verdacht dorthin geschickt, dabei gebe es mehrere Möglichkeiten: Menschen, die befürchteten, an dem Coronavirus erkrankt zu sein, sollten bei der Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes anrufen. Dort werde eingeschätzt, ob bei dem Patienten ein begründeter Verdacht vorliege. Gleiches gelte für die Gesundheitsämter, bei denen Patienten sich melden können.

Coronavirus: Entscheidend sind Kriterien des Robert-Koch-Instituts

Auch die Hausärzte seien über die Testzentren informiert und sollten Verdachtsfälle dorthin überweisen. „Wir wollen allerdings vermeiden, dass Patienten mit den entsprechenden Symptomen in die Praxen kommen“, betont der KV-Sprecher. Denn diese sollten ja durch die zentralen Untersuchungsstellen entlastet werden. Wer wegen normaler Erkältungssymptome – ohne Verdacht auf Corona-Infektion – eine Krankschreibung benötigt, der kann seit Anfang der Woche auch telefonisch vom Hausarzt krankgeschrieben werden – ebenfalls, um die Praxen zu entlasten.

Der KV-Sprecher verweist in diesem Zusammenhang auf die Kriterien des Robert-Koch-Instituts: Voraussetzung für einen Test sind demnach eine akute Erkrankung der Atemwege und der Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person oder der Aufenthalt in einem Risikogebiet.

Coronavirus: Auch Deutsche Bahn reagiert

Auch im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) hat man auf die Coronakrise reagiert: Auf Nachfrage bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Bahn, dass die Reinigung von S-Bahnen „verstärkt“ worden sei. Zwar würden einzelne Züge nicht nach jeder Fahrt desinfiziert, aber „mehrmals täglich, vor allem die Kontaktflächen“. Man habe die Mitarbeiter angehalten, die Reinigung zu „intensivieren“.

Ob wegen Corona weniger Menschen den ÖPNV nutzen, konnte eine Sprecherin des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) nicht sagen, „da wir die Fahrgastzahlen nicht für einzelne Tage oder Wochen erheben“. Grundsätzlich gelte auch für den RMV die Leitlinie zum Verhalten bei einer Pandemie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VdV).

Von Niels Britsch

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