Massenweise Kinderpornografie beim Tatverdächtigen gefunden

Alle wichtigen Details zum Mordfall Johanna im Ticker

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Das Gebäude des Polizeipräsidiums Mittelhessen in Gießen. Hier fand eine Pressekonferenz zur Festnahme eines Mannes im Mordfall Johanna statt.

Gießen - Ein zweiter Missbrauchsfall hat die Ermittler auf die Spur des Tatverdächtigen im Fall Johanna geführt. Das berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, heute in Gießen. Die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz und des Tages im Ticker:

Der 41-Jährige hat sexuelle Absichten eingeräumt, den Tod des Mädchens allerdings als Unfall geschildert, erklärten die Beamten heute.

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Die Sonderkommission hat massenweise Kinderpornografie gefunden. Der Leiter der Soko "Johanna", Roland Fritsch, sprach von 17 Millionen Dateien, darunter Hunderte Datenträger und Hunderte Videokassetten. Nach Angaben von Staatsanwalt Thomas Hauburger handelt es sich dabei überwiegend um kinderpornografisches Material.

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Eine Spur zum Mordfall Johanna sei bereits früher überprüft worden, weil der Beschuldigte das Automodell fuhr, nach dem bei der Fahndung gesucht worden war. Es seien damals auch Fingerabdrücke genommen worden, aber seinerzeit seien die technischen Methoden noch nicht so gut gewesen, dass man ihn hätte überführen können.

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Die Chronologie des Mordfalls Johanna Bohnacker: Bilder

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Spaziergänger hatten die Leiche von Johanna übrigens am 1. April 2000 in einem Wald bei Alsfeld gefunden.

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Der Tatverdächtige ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft ledig und kinderlos. Er sei vorbestraft - allerdings nicht wegen Sexualdelikten, sondern wegen Betäubungsmittel- und Verkehrsdelikten, sagte Staatsanwalt Thomas Hauburger.

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Der Mord an der kleinen Johanna Bohnacker hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

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Der Beschuldigte hat Abitur gemacht, sonst aber keine weitere Ausbildung. Er ist 41 Jahre alt und aus dem Hochtaunuskreis.

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Der mutmaßliche Täter hat Ähnlichkeiten zu einem Phantombild, dass von der Polizei im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. Er trug schon damals lange Haare.

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Der Mann hatte sich bis zu seiner Festnahme nicht wirklich auffällig verhalten, so ein Sprecher.

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Nach Angaben der Ermittler gibt es derzeit "keine belastbaren Hinweise", dass der Tatverdächtige im Mordfall Johanna für weitere Missbrauchs- oder Mordfälle verantwortlich ist. Das sagte der Leiter der Sonderkommission "Johanna", Roland Fritsch.

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Passanten hatten im August 2016 einen Mann bei "Fesselungs-Spielen" mit einer 14-Jährigen in einem Maisfeld in der Wetterau beobachtet. In seiner Wohnung seien Beweismittel sichergestellt worden. Eine Fingerabdruck-Spur auf einem Klebeband aus dem Fall Johanna sei identisch gewesen mit dem linken Daumen des Tatverdächtigen. Dieser Daumenabdruck soll den mutmaßlichen Täter als Johannas Mörder überführen.

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Es wurde Haftbefehl wegen Mordes und besonders schwerer sexueller Nötigung erlassen. Der 41-Jährige soll das Mädchen 1999 in Ranstadt-Bobenhausen in sein Auto gezwungen, sich an ihm sexuell vergangen und es dann getötet haben. Jahrelang war die aufwendige Suche nach dem Täter erfolglos verlaufen.

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18 Jahre nach dem Tod der achtjährigen Johanna war am Mittwoch ein Tatverdächtiger festgenommen worden. Der 41-Jährige soll sich 1999 an dem Mädchen sexuell vergangen und es dann getötet haben. Er hat bereits den überwiegenden Teil des Tatvorwurfs eingeräumt.

(dpa/dr)

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