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Deutsches Städteranking: Offenbach mit Problemen, Darmstadt hat Zukunft 

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Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude und russische Kapelle spiegeln sich auf der Mathildenhöhe im Lilienbecken. Darmstadt ist einer Studie zufolge weiterhin die Stadt mit den besten Zukunftsaussichten in Deutschland.

Städteranking: Berlin ist besonders dynamisch, München steht am strahlendsten da, Darmstadt hat die besten Zukunftsaussichten und Offenbach ist leicht abgerutscht.

Berlin/Offenbach – Das Ranking ist in Zusammenarbeit mit der „Wirtschaftswoche“ und dem Internet-Portal Immobilienscout24 entstanden. 30 Jahre nach dem Mauerfall eroberte Berlin den ersten Platz in puncto Dynamik. Vor allem auf dem Arbeits- und Immobilienmarkt lege die Hauptstadt ein hohes Tempo vor, heißt es in der Untersuchung, die die Entwicklung der 71 kreisfreien deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern vergleicht. Von 2012 bis 2017 seien rund 250.000 Menschen mehr nach Berlin gezogen als abgewandert. Auf Rang zwei landete München, gefolgt von Fürth. Ingolstadt und Wolfsburg – im Vorjahr noch unter den Top Ten – stürzten auf Platz 39 beziehungsweise 49 ab.

Darmstadt am besten für die Zukunft gerüstet, Offenbach verschlechtert sich

Unverändert in der Topliga spielt München. Die bayerische Landeshauptstadt landete bei der aktuellen Lage das siebte Mal in Folge auf dem Siegertreppchen. Auf Spitzenreiter München folgen Erlangen und Stuttgart. Unter den Top zehn des Städterankings befindet sich auch die Bankenstadt Frankfurt. Die Mainmetropole landete auf dem fünften Platz hinter Ingolstadt. Darmstadt rutschte in dieser Kategorie im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze auf Rang 11 ab. Auch Wiesbaden und Offenbach verschlechterten sich jeweils leicht und landeten auf den Plätzen 21 (Vorjahr: 18) und 30 (28).

Am besten gerüstet für die Zukunft ist der Analyse zufolge weiterhin Darmstadt. „Die Stadt ist Sitz einer großen Anzahl erfolgreicher und hochinnovativer Unternehmen“, argumentiert Hanno Kempermann von IW Consult. Dazu zähle unter anderem der Chemiekonzern Merck, der allein in Darmstadt rund 11.000 Menschen beschäftige und viel in Forschung und Ausbildung investiere.

Offenbach beim Niveauranking auf Rang 30, Darmstadt auf Platz 17

Beim Niveauranking, das die Wohn-, Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftssituation anhand von 52 Indikatoren untersucht, landet Offenbach auf Rang 30. Weiter vorne, nämlich auf Platz 17, ist die Lederstadt beim „Dynamikranking“ platziert, das die Niveaurankings der vergangenen fünf Jahre vergleicht. Vor allem Wohnungsneubau und Arbeitsplatzversorgung sorgen hier für die vordere Platzierung. Auf den hinteren Plätzen, nämlich auf Rang 57, landet Offenbach beim „Zukunftsindex“, der prüft, wie die Großstädte auf künftige Herausforderungen vorbereitet sind. Die Studienautoren attestieren der Stadt unterdurchschnittliche Forschungsstärke und wenig Industrien der Zukunft.

Bilder: Offenbach aus der Vogelperspektive

Andere Analysen kommen teils zu etwas anderen Ergebnissen. Eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Privatbank Berenberg bescheinigte jüngst Berlin die besten Zukunftsaussichten – allerdings beachtet die Untersuchung nur die 30 größten deutschen Städten. Die Hauptstadt punktete unter anderem mit dem höchsten Wachstum bei der Erwerbstätigkeit und einer deutlichen Verbesserung der Produktivität. Im Falle von München machten die Autoren dieser Studie dagegen „erste Grenzen des Wachstums“ aus.  

VON FRIEDERIKE MARX UND ACHIM LEDERLE

Einer anderen Studie zufolge, aus dem Norden Deutschlands, hat übrigens Berlin unter den 30 größten deutschen Städten derzeit die besten Zukunftsaussichten. Die Hauptstadt führt erstmals die Rangliste an, die das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und die Privatbank Berenberg seit 2008 alle zwei Jahre erstellen.

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