Absatzprobleme wegen Abgasskandals

Diesel werden in Hessen zum Ladenhüter

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Jürgen Karpinski steht Hessens Kfz-Gewerbe vor.

Wiesbaden/Gießen - Das hessische Kraftfahrzeug-Gewerbe wird wegen des Abgasskandals die Dieselautos nicht mehr los und klagt über die daraus resultierenden Kosten. Von Marc Kuhn

Die Unternehmen seien „durch die nicht enden wollenden Diskussionen um Fahrverbote und Nachrüstungen extrem betroffen“, erklärte Verbandspräsident Jürgen Karpinski auf der Mitgliederversammlung des hessischen Kfz-Gewerbes in Gießen. Auf den Höfen der Händler stünden „mehrere hunderttausend kaum verkäufliche Fahrzeuge und die Kostenbelastung“ nehme aufgrund langer Standzeiten und zahlreicher Leasing-Rückläufer zum Teil dramatische Züge an.

Das Fahrverbotsurteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig habe zur Verunsicherung der Verbraucher beigetragen, berichtete Karpinski weiter. „Was aus Sicht unserer Betriebe komplett in den Hintergrund tritt, ist die sinnfreie Verschrottung vieler zehntausend recht junger Diesel-Fahrzeuge, befeuert durch die Umtauschprämien der Hersteller. Diesel sind robuste, sparsame Fahrzeuge, die von ihren Haltern lange genutzt werden – oft über das aktuelle Durchschnittsalter von 9,4 Jahren hinaus“, erklärte Karpinski.

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Er forderte: „Wir brauchen eine Nachrüstverordnung für ältere Diesel, insbesondere für die rund sechs Millionen Euro-5-Fahrzeuge. Nur so lässt sich der dramatische Wertverlust, den die Autobesitzer, aber auch die Händler erleben, in den Griff bekommen.“ Dass die Hardware-Nachrüstung technisch funktioniere, hätten Tests der Zulieferer und des ADAC mit unterschiedlichen Systemen bewiesen. Jetzt müssten sich die politisch Verantwortlichen, aber auch die Hersteller und Importeure klar dazu bekennen.

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