Gründer der Zelle festgenommen  

Polizei stellt Waffen und Drogen bei rechter Gruppe sicher

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Die Waffen wurden bei der Razzia im Lahn-Dill-Kreis sichergestellt.

Dillenburg - Waffen, Uniformen, Drogen und Kontakte zu Reichsbürgern: Vier Männer sollen in Mittelhessen eine rechtsnationale Gruppe mit 100 Anhängern gegründet haben. Jetzt kamen die Ermittler.

Eine rechtsnationale Gruppe mit rund 100 Anhängern soll in Mittelhessen von vier Männern gegründet worden sein. Sie verfügten unter anderem über Waffen, Drogen und bundesweite Kontakte zur rechtsextremen und Rockerszene, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Nadja Niesen, am Dienstag. Die Polizei rechnet mindestens einen der Männern den Reichsbürgern zu. Am Dienstagmorgen durchsuchten Ermittler die Wohnungen der vier Männer im Lahn-Dill-Kreis. Sie wurden vorläufig festgenommen, sind aber wieder auf freiem Fuß, wie Niesen sagte.

In den Ermittlungen geht es um Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz, das Betäubungsmittelgesetz und den Straftatbestand der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Die Gruppe ist nach Behördenangaben hierarchisch organisiert, die Mitglieder tragen uniformähnliche Kleidung. "Derzeit gehen die Ermittlungsbehörden nicht davon aus, dass die Gruppe Straftaten gegen Ausländer plante", teilte die Polizei mit.

Die Abteilung für Staatsschutz der Frankfurter Staatsanwaltschaft und eine Arbeitsgruppe der Regionalen Kriminalinspektion Lahn-Dill führen nach eigenen Angaben bereits seit Anfang 2017 Ermittlungsverfahren gegen verschiedene Menschen aus dem Lahn-Dill-Kreis. Nun gab es Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen von vier Verdächtigen im Alter von 40, 31, 29 und 27 Jahren. Dort stellten die Ermittler Handys, Luft- und Schreckschusswaffen, Munition, Messer, ein Schwert, diverse Datenträger, Notebooks und geringe Mengen Drogen sicher. Zwei Schusswaffen müssten noch untersucht werden. Die anderen Dinge wie die Datenträger würden nun kriminalistisch ausgewertet.

Bilder: Razzia gegen Osmanen in Dietzenbach

Die vier Verdächtigen aus dem Lahn-Dill-Kreis sind den Behörden schon häufiger aufgefallen: Alle vier hätten rechtspolitisches Gedankengut gemeinsam, mindestens einer gehöre zur Gruppe der Reichsbürger. Sie verfügten über Kontakte zur rechtsextremistischen Szene in Deutschland, gegen drei Männer liegen demnach polizeiliche Erkenntnisse wegen rechtspolitisch motivierter Straftaten vor. "Alle vier sind bereits wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Erscheinung getreten und zum Teil auch schon verurteilt worden", teilte die Polizei mit. Drei davon fielen zudem wegen Verstößen gegen das Waffenrecht auf. Zu Details des Einsatzes mit Spezialkräften am Dienstag wollte sich die Polizei aus "einsatztaktischen Gründen" nicht äußern. (dpa)

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