Durchsuchungen in Maintal und Rodgau

Razzia im Rotlichtmileu: Zwei Festnahmen in der Region

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Bundesweite Razzia gegen Organisierte Kriminalität - unter anderem in Maintal.

Frankfurt - Die bundesweite Razzia gegen Organisierte Kriminalität hat ihren Anfang in Hessen genommen. Ausgangspunkt seien Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hanau gewesen, berichtete ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Zwei der festgenommenen Personen betrieben Bordelle in der Region.

Danach haben die Eingreifreserven der Generalstaatsanwaltschaft, die auch für Organisierte Kriminalität zuständig ist, die Verfahren übernommen. Mehr als 1500 Bundespolizisten waren am Mittwochmorgen an der Razzia beteiligt. Es gab mehr als 100 Festnahmen, darunter in Eschborn und Maintal. Die Beamten durchsuchten nach Angaben der Staatsanwaltschaft 62 Bordelle, Wohnungen oder Büros. Schwerpunkte der Aktionen waren Nordrhein-Westfalen mit 17 durchsuchten Einrichtungen, Hessen mit zehn, Niedersachsen und Baden-Württemberg mit je neun.

Im Fokus der Beamten standen vor allem Menschenhandel und Zwangsprostitution von vorrangig transsexuellen Prostituierten aus Thailand. Wie die Bundespolizei Mitteldeutschland erklärte, wurden seit sechs Uhr am Mittwochmorgen in Sachsen drei und in Sachsen-Anhalt und Thüringen jeweils zwei Objekte durchsucht. In Thüringen waren die Beamten in zwei Wohnhäusern im Einsatz. In Gotha wurden vier Personen festgestellt, die illegal eingereist waren; in Nordhausen zwei Personen, die illegal eingereist waren. Gegen 56 Menschen im Alter zwischen 26 und 66 Jahren, von denen 41 Frauen sind, wird nun wegen Einschleusens von Ausländern, Zuhälterei, Zwangsprostitution, Veruntreuung von Arbeitsgehältern und Steuerhinterziehung ermittelt.

Bilder zur Razzia in Maintal

Zwei der Beschuldigten betrieben Bordelle in Maintal (Main-Kinzig-Kreis) und Eschborn (Main-Taunus-Kreis). Am Donnerstag sollen sie dem Haftrichter in Hanau vorgeführt werden. In Hanau nahmen die Ermittlungen im Februar 2017 auch ihren Anfang. Wie Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Mittwoch sagte, übernahm dann die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft, die auch für Organisierte Kriminalität zuständig ist.

Die Ermittlungen führten die Beamten zu einem Paar aus Siegen, das dort drei Bordelle betrieb. Die 59-jährige Thailänderin und ihr 62 Jahre alter deutscher Lebensgefährte sollen gemeinsam mit weiteren Mittätern ein bundesweites Netzwerk aufgebaut haben, um thailändische Frauen und Transsexuelle nach Deutschland zu schleusen und als Prostituierte arbeiten zu lassen. Diese sollen anfangs vor allem in Bordellen in Siegen gearbeitet haben, später in "einer Art Rotationsprinzip" unter anderem in Maintal, Rodgau und Gießen. (dpa)

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