Seniorenticket ab nächsten Montag erhältlich / Bund setzt auf ÖPNV

Für einen Euro pro Tag durch Hessen

Frankfurt – Senioren fahren ab 2020 besonders billig Bus und Bahn: Mit dem neuen Seniorenticket kann die Generation 65+ ab dem 1. Januar den gesamten öffentlichen Personennahverkehr in Hessen und im Mainzer Stadtgebiet nutzen – für einen Euro am Tag in der Basisversion.

 Das neue Ticket gibt es bereits ab Montag (11.   November) zu kaufen. Das Seniorenticket richtet sich an potenziell 1,3 Millionen Senioren im Land. Damit und zusammen mit Schüler-, Semester- und Jobtickets sowie dem Ticket für Landesbeschäftigte gebe es nun Flatrate-Angebote für die Hälfte aller Hessen, sagte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bei der Vorstellung des Projekts. Das Land stelle einen finanziellen Puffer in Höhe von fünf Millionen Euro bereit. Er rechne aber mit einer so großen Nachfrage, dass die Summe voraussichtlich nicht benötigt werde oder sogar ein Plus übrig bleibe. Weitere Angebote seien denkbar, so der Minister. Es müsse aber schrittweise in Richtung eines günstigen Bürgertickets für alle vorgegangen werden.

Die Bundesregierung plant ohnehin, den ÖPNV zu fördern. So hat der Bund beschlossen, den Kommunen über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) deutlich mehr Mittel als bisher zur Verfügung zu stellen. Eine Milliarde Euro seien dafür jährlich ab 2021 eingeplant, teilte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums (BMU) auf Anfrage dieser Zeitung mit. Weitere Mittel sollen mit dem kürzlich von der Bundesregierung verabschiedeten Klimaschutzpaket in den Öffentlichen Nahverkehr fließen, ab 2025 dann insgesamt zwei Milliarden Euro, so der Sprecher. Vergünstigte ÖPNV-Tarife wie ein 365-Euro-Ticket für alle würden derzeit in den Modellstädten „Saubere Luft“ erprobt. Im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung ist vorgesehen, eine solch vergünstigte Jahreskarte in zehn weiteren Modellprojekten zu testen. Der Mainzer Oberbürgermeister schlug das Rhein-Main-Gebiet als Modellregion vor (wir berichteten). Im BMU gibt es allerdings noch keine konkreten Vorstellungen, wie eine solche Modellregion auszusehen hat oder welche Gegend sich besonders dafür eignet. „Wir freuen uns sehr über starke Bewerber“, so der BMU-Sprecher. Federführend bei dem Thema sei ohnehin das Bundesverkehrsministerium: „Es hat dazu noch keine Vorstellungen zur Umsetzung geäußert.“  

VON NIELS BRITSCH (mit dpa)

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