Bürger sollen Maßnahmen ergreifen

In einigen Gemeinden: Wasser wird zur Mangelware

Kelkheim - Durch die anhaltende Trockenheit ist in zwei Taunusgemeinden Trinkwasser knapp geworden. In den Kelkheimer Ortsteilen Ruppertshain und Eppenhain seien die Brunnen fast erschöpft, teilte der Magistrat mit.

In der Nacht zu gestern sei eine Notleitung über Feuerwehrschläuche eingerichtet worden. 110 Kubikmeter Wasser stünden als Reserve in einem Hochbehälter zur Verfügung. Um Wasser zu sparen und Brunnen zu entlasten, sollten die 3500 Einwohner darauf verzichten, Gärten zu wässern, Pools zu füllen und Autos zu waschen.

Im zehn Kilometer entfernten Kronberg (Hochtaunuskreis) sieht die Lage ähnlich aus. „Wir müssen den Leuten das Wasser nicht abdrehen, aber wir geraten in Handlungsnot“, sagte Thomas Schäfer von den Stadtwerken. Alle Einwohner sind nach Angaben der Stadt verpflichtet, auf Gartenbewässerung und Autoputzen zu verzichten. Am Sonntag rief die Feuerwehr mit Lautsprechern zum Wassersparen auf.

Die Stadt Ulrichstein im Vogelsberg, höchstgelegene Kommune Hessens, muss seit Ende Juni Tankwagen einsetzen, um die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen. „Die für die Wasserversorgung der Kernstadt zuständigen Schürfquellen im Oberwald bringen seit Wochen nicht mehr genügend Wasser“, sagt Bürgermeister Edwin Schneider. Als Ursache vermutete er in der „Hessenschau“ eine Kombination aus der wochenlangen Trockenheit und dem hohen Wasserverbrauch im Rhein-Main-Gebiet. Vier, fünf Tanklaster müssen Tag für Tag die 1000 Ulrichsteiner versorgen. Außerdem ist die Bevölkerung angehalten, keine Gärten zu bewässern, Autos ungewaschen und Bäume ungegossen zu lassen.

Dass die Stadt Frankfurt in der anhaltenden Dürre ihre Bürger aufgefordert hat, das Grünflächenamt bei der Bewässerung der Bäume zu unterstützen, macht Bürgermeister Edwin Schneider wütend: „Wenn ich höre, dass das gute Vogelsberger Wasser in Frankfurt genutzt werden soll, um die Bäume zu gießen, treibt es mir die Zornesröte ins Gesicht“, schrieb er ans Umweltdezernat. Frankfurt bezieht sein Trinkwasser zu 20 Prozent aus eigenen Quellen, der Rest stammt aus dem Ried, dem Burgwald oder dem Vogelsberg.

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Der Trinkwasserverbrauch im Rhein-Main-Gebiet ist auf einen neuen Jahresrekord geklettert: Am vergangenen Freitag seien 408 000 Kubikmeter Wasser verbraucht worden, sagte gestern der Sprecher von Hessenwasser, Hubert Schreiber. Möglicherweise wird der Wert in den nächsten Tagen übertroffen, denn die Hauptreisezeit ist vorbei.

Durch die andauernde Hitze droht ein Massensterben der Fische in Hessens Flüssen. In einigen Gewässern lägen die Temperaturen nur knapp unter der kritischen Marke, sagte Günter Hoff-Schramm, Geschäftsführer der Verbands Hessischer Fischer. „Ab 28 Grad wird es kritisch, da haben wir den höchsten Sauerstoffverlust“, erläuterte Hoff-Schramm. (dpa)

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