FDP, SPD und Linke kritisieren Beuth

Streit im Landtag zu Polizeieinsatz bei Eintracht-Spiel

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War der Polizeieinsatz vor dem Europapokalspiel der Eintracht Frankfurt in der vergangenen Woche überzogen oder notwendig für die Sicherheit der Besucher? Der Streit um Pyro-Kontrollen, Fans und Polizei hält im Landtag an.

Frankfurt/Wiesbaden - War der Polizeieinsatz vor dem Europapokalspiel der Eintracht Frankfurt in der vergangenen Woche überzogen oder notwendig für die Sicherheit der Besucher? Der Streit um Pyro-Kontrollen, Fans und Polizei hält im Landtag an.

In einem parlamentarischen Nachspiel hat sich der Hessische Landtag mit dem umstrittenen Polizeieinsatz vor dem Europapokalspiel der Eintracht Frankfurt befasst. SPD, Linke und FDP forderten am heutigen Donnerstag Innenminister Peter Beuth (CDU) zu einer Deeskalation im Umgang mit Verein und Fans auf. Am Wochenende hatten bundesweit Fußballfans gegen Peter Beuth demonstriert, in einer Online-Petition werden gar Unterschriften für seinen Rücktritt gesammelt.

Wegen der Durchsuchungsaktion im Stadion in der vergangenen Woche war Beuth von der Opposition scharf kritisiert worden. Ein Rechtsstaat habe "die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu beachten", betonte Günter Rudolph (SPD) und vermutete eine "Privatfehde" zwischen Beuth und einem Teil der Eintracht-Fans. Beuth führe schon lange einen "Kleinkrieg gegen die Eintracht und ihre Fans", sagte auch Janine Wissler (Linke). An dem Spieltag sei die Sicherheit nicht durch die Fans bedroht gewesen, sagte sie mit Blick auf den aus ihrer Sicht überzogenen Polizeieinsatz und einen verletzten Fan. Der FDP-Abgeordnete Stefan Müller forderte, man müsse sich "mit Augenmaß und ohne Eskalation" mit Gefahren im Stadion beschäftigen.

Grüne verteidigen Polizeieinsatz

Beuth betonte, die Polizei müsse im Umgang mit "Problemfans" für die Sicherheit der Stadionbesucher sorgen. "In der Fankurve gilt nicht das Recht des Stärkeren oder des Lauteren" sagte der Minister und wies zum Thema Deeskalation auf ein für Ende kommender Woche vereinbartes Gespräch zwischen dem Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill und dem Vorstand der Eintracht hin. "Wir dulden keine rechtsfreien Räume, das gilt auch in Stadien", sagte der CDU-Abgeordnete Alexander Bauer in der Debatte. "Für Begeisterung braucht man keine bengalische Fackeln und auch keine Schmähplakate."

Eva Goldbach (Bündnis 90/Die Grünen) verwies auf die absehbaren Reaktionen in dem Fall, dass es keinen Polizeieinsatz gegeben hätte und im Stadion zu einer gefährlichen Situation gekommen wäre: "Hinterher eine Entscheidung der Polizei zu bewerten, ist sehr einfach, aber in der Situation eine Entscheidung zu treffen, ist sehr schwer."

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Kritik an Eintracht-Präsident Peter Fischer gab es in der Debatte von der AfD. Die Aussage, das Stadion solle "brennen", ließen sich leicht missverstehen, sagte der Abgeordnete Klaus Hermann. "Wenn man die Fanszene der Eintracht kennt, braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wozu sich der eine oder andere aufgerufen fühlt."

Die Polizei hatte vor dem Europapokalspiel gegen die ukrainische Mannschaft Schachtjor Donezk Stadionbereiche nach Pyrotechnik abgesucht, dazu lag ein gerichtlicher Durchsuchungsbeschluss vor. Später entfernten die Beamten ein Banner, das gegen Beuth gerichtet war und der Polizei zufolge einen beleidigenden Inhalt hatte.

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