Eintracht in der Europa-Warteschleife: Jetzt Fokus auf Union

Cheftrainer Oliver Glasner (l) von Eintracht Frankfurt
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Cheftrainer Oliver Glasner (l) und Sebastian Rode von Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt wollte gegen Antwerpen den Gruppensieg klarmachen, doch aus der erhofften Europa-Party wird nichts. Nun soll das Ticket für das Achtelfinale in Istanbul gelöst werden. Zunächst geht es im Liga-Alltag aber gegen Union Berlin weiter.

Frankfurt/Main - Der Ärger über den vergebenen Matchball im Kampf um den direkten Einzug ins Achtelfinale der Europa League war Kevin Trapp anzumerken. „Ich würde nicht von einem Rückschritt reden. Aber es tut weh, denn es wäre mehr drin gewesen, wenn wir unser Spiel 90 Minuten lang durchgezogen hätten“, klagte der Torwart von Eintracht Frankfurt über das letztlich sogar glückliche 2:2 (1:1) gegen Royal Antwerpen.

Markus Krösche brachte die Gefühlslage beim hessischen Fußball-Bundesligisten mit ähnlich deutlichen Worten zum Ausdruck. „Es ist schon ärgerlich. Wir wollten gewinnen und vorzeitig ins Achtelfinale einziehen. Das haben wir nicht geschafft“, sagte der Sportvorstand der Frankfurter.

Statt der erhofften Planungssicherheit gibt es nun am 9. Dezember bei Fenerbahce Istanbul ein Gruppen-Endspiel, in dem die Eintracht mindestens einen Punkt benötigt, um das Ticket für die Runde der letzten 16 Mannschaften aus eigener Kraft zu lösen. „Wir fliegen sicher nicht nach Istanbul, um dort auf ein Remis zu spielen, sondern um zu gewinnen“, versicherte Eintracht-Trainer Oliver Glasner.

Mit elf Punkten führt sein Team die Gruppe D weiter vor Olympiakos Piräus (9) an. Nicht nur Glasner war daher nach dem Last-Minute-Ausgleich durch Joker Gonçalo Paciência (90.+4) überzeugt: „Das kann noch ein ganz wichtiger Punkt werden.“ Denn bei einer möglichen Punktgleichheit mit den Griechen würde der gewonnene Direktvergleich den Ausschlag zugunsten der Frankfurter geben.

Gewinnt Piräus sein abschließendes Spiel in Antwerpen nicht, kann sich die Eintracht im Duell mit Fenerbahce um Ex-Nationalspieler Mesut Özil sogar eine Niederlage leisten. „Schade, dass wir den Gruppensieg nicht klarmachen konnten. Jetzt müssen wir es in Istanbul schaffen. Ich bin überzeugt, dass uns das gelingt“, sagte Mittelfeldspieler Timothy Chandler.

Zunächst gilt der Fokus aber wieder dem Bundesliga-Alltag, wo am Sonntag gegen den 1. FC Union Berlin erneut eine schwere Aufgabe ansteht. „Union ist variabel und für mich physisch die beste Mannschaft in der Bundesliga“, sagte Glasner. „Wir haben großen Respekt und dürfen möglichst wenige Konter zulassen.“

Da fügt es sich gut, dass Abwehrspieler Martin Hinteregger wieder zur Verfügung steht. „Er hat heute mittrainiert. Wir gehen davon aus, dass er gegen Union dabei ist“, sagte Glasner am Freitag. Christopher Lenz steht nach längerer Verletzungspause zwar ebenfalls wieder im Training, wird aber auch gegen seinen Ex-Club noch fehlen.

Ob der bei seinem Comeback nach vierwöchiger Verletzungspause spät eingewechselte Paciência ein Kandidat für die Startelf ist, ließ Glasner offen. Immerhin gab es vom 47 Jahre alten Österreicher für den Portugiesen ein Extra-Lob für dessen Tor zum 2:2: „Es war ein extrem schwieriger Kopfball, das hat er fantastisch gemacht.“

Generell dürfte die Rückkehr von Paciência der Frankfurter Offensive gut tun. „Er hat in der Box eine sehr gute Abschlussqualität“, sagte Sportvorstand Krösche. Und Glasner betonte: „Es freut mich, dass Gonçalo wieder da ist. Er ist wichtig für uns.“ Der umjubelte Ausgleichsschütze blieb wie stets bescheiden. „Mein Ziel ist immer, der Mannschaft zu helfen. Das konnte ich heute zum Glück wieder tun“, sagte der 27-Jährige, der schon beim 1:0 im Hinspiel kurz vor Schluss getroffen hatte. dpa

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