Hinweis darauf erst 2014

Ermittlungen nach 20 Jahren: Unfall sollte Mord vertuschen

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Ein tödlicher Autounfall erweist sich nach mehr als 20 Jahren als Mord.

Gießen/Friedberg - Ein vermeintlicher Autounfall mit einem Toten vor gut zwanzig Jahren in der Wetterau hat sich im Nachhinein als Verbrechen herausgestellt.

Bilder vom Unfallort in Ober-Mörlen

Die Ermittlungen ergaben, dass der tot entdeckte Autofahrer im April 1997 mit einem Genickschuss umgebracht wurde, wie die Staatsanwaltschaft Gießen und das Polizeipräsidium Mittelhessen am Donnerstag mitteilten. Die Ermittler sind nun nach eignen Angaben erstmals mit dem spektakulären Fall an die Öffentlichkeit gegangen und erhoffen sich davon Hinweise auf die Täter. Sie gehen von Mord aus, Motiv könnten Streitigkeiten um das Geschäft mit Toilettenanlagen an Autobahnraststätten gewesen sein. Der 45 Jahre alte Türke Adem Bozkurt war am 4. April 1997 frühmorgens in der Wintersteinstraße in Ober-Mörlen (Wetteraukreis) tot in seinem Fahrzeug gefunden worden. Die Umstände hätten auf einen tödliche Unfall hingedeutet, es sei deshalb auf eine rechtsmedizinische Untersuchung verzichtet worden, berichteten die Ermittler.

Die Fahrtstrecke und Unfallstelle des Vorfalls 1997

Erst Ende 2014, Anfang 2015 habe ein Zeuge den Hinweis gegeben, dass Bozkurt ermordet worden sei. Daraufhin sei die in der Türkei beigesetzte Leiche exhumiert und ein Genickschuss festgestellt worden.

Jetzt hofft die Polizei auch auf neue Hinweise von Zeugen. Die Beamten fragen deshalb:

  • Wer kann Angaben zu dem vermeintlichen Verkehrsunfall am 08.04.1997, circa 04.30 Uhr, in der Wintersteinstraße in Ober-Mörlen machen?

  • Wer hat den schwarzen "BMW 518i" am frühen Morgen des Tattages und / oder Adem Bozkurt gesehen?

  • Gibt es Zeugen, die von dem Tötungsdelikt erfahren haben?

Für Angaben, die zur Ermittlung der Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei Mittelhessen eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt. Hinweise, die gegebenenfalls auch vertraulich behandelt werden können, sollten Zeugen unter der Rufnummer 06031-601-234 oder jeder weiteren Polizeiwache melden.

Der Fall soll am kommenden Mittwoch (25.7.) auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" vorgestellt werden. (dpa/jo)

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