Genehmigungsverfahren

Erstes Ergebnis für Castor-Zwischenlager

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Symbolbild

Biblis - Bis zu sieben Castor-Behälter mit radioaktivem Müll aus dem Ausland sollen in Biblis gelagert werden. Dafür läuft seit rund einem halben Jahr ein Genehmigungsverfahren. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Der Energiekonzern RWE will bis zu sieben Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung im südhessischen Zwischenlager Biblis unterbringen. Einen entsprechenden Antrag dafür hatte RWE im September 2017 beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) in Berlin gestellt. Jetzt liegt ein erstes Ergebnis des Genehmigungsverfahrens vor: Danach gibt es keine Pflicht zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung, wie das BfE am Donnerstag mitteilte. Nun werde geprüft, ob RWE als Antragsteller die hohen Sicherheitsanforderungen erfülle, sagte BfE-Sprecherin Ina Stelljes. Dafür müsse der Energiekonzern noch Unterlagen einreichen. Wie lange das Verfahren dauert, lasse sich noch nicht sagen.

Deutschland hat sich verpflichtet, die radioaktiven Abfälle aus den Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich und England zurückzuholen. Da keine weiteren Castorbehälter in das Zwischenlager in Gorleben eingelagert werden sollen, spricht sich RWE dafür aus, die Behälter in Biblis einzulagern. Das Zwischenlager Biblis wurde 2003 genehmigt und ging 2006 in Betrieb. Von den 135 genehmigten Behälter-Stellplätzen seien derzeit 91 belegt, teilte das BfE mit. Bis zur völligen Stilllegung des Kernkraftwerkes werden voraussichtlich 102 Stellplätze benötigt. 2015 hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass bundesdeutsche Abfälle, die bei der Wiederaufarbeitung im Ausland entstanden waren, in den vier Zwischenlagern Biblis, Brokdorf, Isar und Philippsburg aufbewahrt werden sollen.

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RWE ist in Biblis nur noch bis Ende des laufenden Jahres Eigentümer des Zwischenlagers für hoch radioaktive Castoren. Anfang 2019 gehe dieser Standort in den Besitz des Bundes und seiner eigens dafür gegründeten Gesellschaft für Zwischenlager (BGZ) mit Sitz in Essen über, sagte RWE-Sprecher Alexander Scholl. 2020 folgen die beiden Lager für schwächer radioaktive Abfälle. (dpa)

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