Nachbarn geben Polizei entscheidenden Tipp

Familie betreibt Marihuana-Plantage in Hattersheimer Wohnhaus

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Für die professionelle Plantage war reichlich Technik installiert worden. 

Hattersheim - Ermittler lassen ein besonderes Familienunternehmen im Hattersheimer Stadtteil Okriftel auffliegen: In einem Wohnhaus steht eine professionelle Marihuana-Plantage. 

Auf die Spur der kriminellen Hobbygärtner war die Polizei im Mai durch einen Hinweis aus der Bevölkerung gekommen. Damals hatte ein Bürger aus Okriftel der Polizei gemeldet, dass sich in einem benachbarten, unbewohnten Haus merkwürdige Vorkommnisse zutragen würden. Neben dauerhaft heruntergelassenen Rollläden und sporadischen erscheinenden Personen, die das Haus regelmäßig betreten und nach kurzer Zeit wieder verlassen hatten, würde es im Gartenbereich seltsam riechen. Während längerfristigen Observations- und Überwachungsmaßnahmen durch zivile Fahnder fiel auf, dass immer wieder dieselben fünf Personen das Haus in gewissen zeitlichen Abständen betraten. Offensichtlich handelte es sich um mehrere Familienmitglieder, da die beteiligten Personen als die 54-jährige Mutter, die zwei 26- und 23-jährigen Söhne, inklusive der 28-jährigen Ehefrau des einen Bruders, und ein guter 26-jähriger Bekannter der Familie identifiziert wurden. 

Weil bereits zu dieser Zeit der begründete Verdacht bestand, dass dort professionell Marihuana angebaut wird, wurde im Oktober ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss für das Einfamilienhaus erwirkt. Dieser wurde letztendlich am 20. Oktober, zeitgleich mit Wohnungsdurchsuchungen der fünf Beschuldigten, vollstreckt.

Im Keller des unbewohnten Hauses in Okriftel wurden die Beamten schnell fündig. Dort war eine professionelle Indoor-Plantage installiert worden, so dass neben 272 Pflanzen auch zwei Tüten mit jeweils 500 Gramm, bereits abgeerntetem und verkaufsfertigem, Marihuana sichergestellt werden konnten. Auch in einem Raum der Wohnung des 26-jährigen Beschuldigten stießen die Ermittler auf eine weitere Indoor-Plantage mit 81 Cannabispflanzen, die kurz vor der Ernte standen. Insgesamt gelang es den Fahndern der Kriminalpolizei damit knapp 18 Kilogramm Marihuana aufzuspüren und gemeinsam mit umfangreichem technischem Equipment sicherzustellen. Weitere Ermittlungen deuteten auf mehrere Einzahlungen in vierstelliger Höhe auf ein Bankkonto hin. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde auch dieses Konto der Beschuldigten gesichert. Darüber hinaus müssen sich die zwei Brüder wegen des Führens diverser Kraftfahrzeuge ohne Fahrerlaubnis verantworten, da sie nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis standen.

Vier der Beschuldigten wurden vorläufig festgenommen. Der Fünfte, der 23-jährige Sohn, saß bereits seit Ende September 2017 wegen eines schwerwiegenden Deliktes in Untersuchungshaft. Neben dem Ernteausfall müssen sich jetzt alle Tatverdächtigen auf Strafverfahren einstellen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden sämtliche Beschuldigte, abgesehen von dem 23-Jährigen, wieder auf freien Fuß gesetzt. (skk)

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