Service soll verbessert werden / Hotline für Steuerfragen

Das Finanzamt fragt nach

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Die Steuererklärung: Sicher nicht des Deutschen liebste Wochenendbeschäftigung. Foto: dpa

VON SEBASTIAN SCHILLING.

Wiesbaden – Für die meisten ist sie eine lästige Pflicht: Die Steuererklärung. Doch das Ausfüllen und Einreichen der Formulare – ob per Brief oder online – wird in vielen Fällen mit einer Rückzahlung belohnt. Deswegen dürften die meisten Bürgerinnen und Bürger bereits mit dem Finanzamt in Kontakt gewesen sein. Welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben, will nun der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) wissen.

Ab dem 1. März startet unter der Adresse ihr-finanzamt-fragt-nach.de eine Umfrage, mit der die Bürgerfreundlichkeit der hessischen Finanzämter ermittelt werden soll. „Wir möchten gerne wissen, wie zufrieden die Bürger mit der Arbeit der hessischen Finanzämter sind,“ lässt sich Finanzminister Schäfer in einer Mitteilung zitieren.

„Dazu haben wir zusammen mit anderen Bundesländern einen Fragebogen erarbeitet, der sich rund um die Abgabe der Einkommensteuererklärung mit Themen wie Erreichbarkeit, Freundlichkeit und Kompetenz unserer Beschäftigten befasst.“ Der Fragebogen soll ein Jahr lang zur Verfügung stehen. Danach sollen die Ergebnisse ausgewertet und auf dem Portal veröffentlicht werden.

Eine Maßnahme, um den Service zu verbessern, soll dem Finanzministerium zufolge schon in den nächsten Tagen starten: Eine landesweite, kostenlose Service-Hotline. Über die Hotline sollen die Bürger Antworten auf „allgemeine Steuerfragen“ erhalten. „Wir wissen, kaum jemand hat ein komplizierteres und unbeliebteres Produkt zu verkaufen, als wir: die Steuererklärung. Wir setzen daher viel daran, zu helfen“, sagt Schäfer. Um mit der elektronischen Steuererklärung (Elster) besser zurechtzukommen, bieten die Finanzämter außerdem kostenlose Elster-Sprechstunden an.

Elke Gonze vom Lohnsteuerhilfeverein Hessen e.V. empfiehlt Steuerzahlern allerdings nicht, ihre Steuererklärung einzureichen, ohne sich vorher unabhängig beraten zu lassen. „Aus unserer Sicht ist das nicht sinnvoll, denn dafür ist jeder Fall zu individuell,“ sagte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. „Ich würde immer empfehlen ein Gespräch zu führen.“ Auch weil eine eingereichte Steuererklärung im Nachhinein nicht mehr zu ändern sei.

Gonze weist auch darauf hin, dass bei der Hotline nicht zu erwarten sei, dass Steuerzahler erklärt bekommen, wie sie die Steuererklärung in ihrem Sinne ausfüllen können. „Das Finanzamt ist eine Steuererhebungsbehörde und keine Steuervermeidungsbehörde.“

Ralph-Nicolas Pietzonka, Pressesprecher des hessischen Finanzministeriums bestätigt, dass die Hotline eher Fragen allgemeiner Art beantworten wird. „Es geht darum, welche Fristen eingehalten oder welche Unterlagen eingereicht werden müssen“, sagt Pietzonka. Das gleiche gelte für die Elster-Sprechstunden. „Dort wird erklärt, was Elster ist, wie es funktioniert und wie man sich registriert.“ Eine Steuerberatung gebe es weder bei der Hotline noch in der Sprechstunde. Da die elektronische Steuererklärung aber sowohl für die Finanzämter als auch für die Bürger eine Erleichterung darstelle, wolle man soviel Hilfestellung wie möglich geben.

Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. (BdSt) bewertet das Angebot positiv. Sie würde auch nicht pauschal davon abraten, die Steuererklärung mit Elster auf eigene Faust zu machen. „Es gibt Leute, die informieren sich und kommen mit Elster sehr gut zurecht.“ Klocke verweist auch auf Broschüren, die bei den Finanzämtern und auch beim BdSt erhältlich sind, und Hilfestellung geben.

Wenn die steuerliche Situation allerdings komplexer ist, etwa weil man selbstständig ist und Mitarbeiter beschäftigt, empfiehlt sich der Gang zum Anwalt, Steuerberater oder zu Steuervereinen. Denn nur die dürfen eine Rechtsberatung anbieten und können außerdem über legale Möglichkeiten informieren, wie man Steuern sparen kann.

Infos im Internet

ihr-finanzamt-fragt-nach.de

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