Erste Konsequenz aus tödlichem Unfall 

Flugplatz auf der Wasserkuppe für fremde Maschinen gesperrt

Gersfeld/Braunschweig - Nach dem schweren Flugzeugunglück mit drei Toten auf der Wasserkuppe ist frühestens im Dezember mit einem Zwischenbericht zur Unfallursache zu rechnen.

„Die Arbeit am Zwischenbericht läuft noch. Wir sind dabei, die Fakten zusammenzutragen“, sagte der Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU), Jens Friedemann, in Braunschweig. Mit einem Abschlussbericht wird erst im kommenden Jahr gerechnet. Erste Konsequenzen gibt es aber schon jetzt.

Bei dem Unglück war am 14. Oktober ein einmotoriges Leichtflugzeug über die Landebahn hinausgerast und hatte eine Frau (39) aus dem Main-Kinzig-Kreis und ihre beiden Kinder (11 und 12) tödlich verletzt. Der Pilot der Cessna 172 hatte zuvor versucht, nach einem Landeversuch durchzustarten, was ihm aber misslang. Die Maschine durchbrach eine Schranke, schoss über eine Landstraße hinweg und erfasste die Passanten auf einem angrenzenden Fußweg.

Die Untersuchungen der Experten der BFU sollen Erkenntnisse für die Ursachensuche liefern. Überprüft werde, ob es einen Pilotenfehler oder einen technischen Defekt gab und wie sich Wetter- und Umgebungsbedingungen ausgewirkt haben, erklärte Friedemann. Eine weitere Frage ist, ob die Maschine möglicherweise überladen war. In die Beurteilung fließen einige Faktoren ein; Körpergewicht der Insassen, der mitgeführte Sprit und Zusatzgewichte wie Gepäck.

Gegen den zum Unfallzeitpunkt 56 Jahre alten Piloten aus Ludwigshafen wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in drei Fällen ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft Fulda sagte. Der Pilot und die drei Insassen wurden bei dem Unglück leicht verletzt. Auf den Prüfstand gestellt wird auch der Flugplatz. Es wird untersucht, ob alle Sicherheitsbestimmungen und Gesetze eingehalten wurden.

Tödlicher Flugunfall auf der Wasserkuppe: Bilder

Das Regierungspräsidium Kassel hat als Reaktion auf das Unglück ein vorläufiges Landeverbot für fremde Maschinen verhängt. „Das ist für die nächste Zeit sicher gerechtfertigt. Auswärtige Gäste sind ohnehin nicht wichtig für den Betrieb“, sagte Flugplatz-Leiter Harald Jörges. „Es müssen Bedingungen geschaffen werden, damit so etwas nie wieder passieren kann.“ Denkbar sei die Einführung von Leistungsparametern für Landungen auf Hessens höchstem Berg (950 Meter): „Denkbar sind 50 PS pro Sitzplatz.“

Die Unglücksmaschine hatte Jörges zufolge nur 160 PS bei vier Sitzplätzen. Er geht nach wie vor davon aus, dass ein Pilotenfehler für das Unglück verantwortlich ist. Der Flugplatz zählt rund 15.000 Starts und Landungen pro Jahr. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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