Versuchter Totschlag 

22-Jähriger ärgert sich über hemmungslosen Akt auf Bahnsteig und sticht plötzlich zu

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Attacke am Oberurseler Bahnhof (Symboldbild)

Ein Paar soll sich in der Öffentlichkeit sexuell vergnügt haben. Deswegen rastet ein 22-Jähriger aus und sticht zu. Nun muss er sich für seine Tat vor Gericht verantworten.

Oberursel/Frankfurt - Eine blutige Messerattacke am S-Bahnhof in Rödelheim überlebte ein 19 Jahre alter Pakistaner im Mai 2018 nur knapp. Der 22 Jahre alte Angreifer, ein Neapolitaner, der eigentlich nur vorübergehend zu einer Geburtstagsfeier im Rhein-Main-Gebiet weilte, hatte sich darüber geärgert, dass der Pakistaner ohne Hemmungen Geschlechtsverkehr mit seiner vollverschleierten Lebensgefährtin vollzog. Und das am Radständer am Bahnsteig, in unmittelbarer Nähe der italienischen Festgesellschaft und zweier Kleinstkinder in Kinderwagen.

Das Tatgeschehen am späten Abend des 5. Mai hatte sich vom Bahnhof in Oberursel über die Strecke bis nach Rödelheim hingezogen, wo sowohl die Italiener als auch – unglücklicherweise – der Pakistaner ausstiegen. Dessen Lebensgefährtin war nach dem Schäferstündchen am Oberurseler Bahnsteig zurückgeblieben – möglicherweise bereits in düsterer Vorahnung, dass ihrem Freund noch etwas zustoßen werde.

Oberurseler Bahnhof: In Waggon entfacht Streit

Nach einem Streit, der sich bereits im Waggon hochschaukelte, erhielt der 19-Jährige dann nach der Ankunft in Rödelheim nach kurzer Flucht fünf Messerstiche in den Rücken, die unter anderem das Zwerchfell und die Leber in Mitleidenschaft zogen. Der Schwerverletzte musste auf die Intensivstation und konnte erst zwölf Tage später die Klinik verlassen. In dem Prozess, der gestern vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts wegen versuchten Totschlags eröffnet wurde, ist er als Nebenkläger mit einer Rechtsanwältin vertreten und ergriff am ersten Verhandlungstag auch selbst das Wort. Während der Angeklagte zunächst schwieg und sich die Zeugenaussagen anhören will, bestritt der Pakistaner den von dem Angeklagten und mehreren seiner Angehörigen behaupteten Sex auf dem Bahnsteig. Man habe vor dem Herannahen der S-Bahn nur noch rasch ein paar Küsse ausgetauscht, das sei alles gewesen.

Oberurseler Bahnhof: Doch kein Akt am Radständer?

Der Italiener freilich glaubte, viel mehr beobachtet zu haben, und stellte den Mann deshalb schon auf dem Bahnsteig zur Rede. Auch seine Verwandten und Bekannten sprachen im Zeugenstand von „schmutzigen Dingen“, die da „gelaufen sind“. Auf Rückfragen mussten allerdings zwei Zeuginnen zugeben, dass sie vom angeblichen Geschlechtsverkehr nur vom Hörensagen etwas mitbekommen hatten. Es war 23 Uhr in der Nacht und am Rand des Bahnsteigs entsprechend dunkel.

In Rödelheim habe der Angeklagte dann Ängste vor dem Pakistaner geäußert. Dieser hatte zuvor einen Schotterstein aus dem Gleisbett geholt und auf den Kontrahenten geworfen. Warum man die Sache nicht einfach beendet habe und wo denn das Messer herkam: Die Zeuginnen wussten dies alles nicht – am Ende fuhren sie wieder heim nach Napoli. Die Schwurgerichtskammer aber hofft, nach vier Verhandlungstagen Mitte Mai ein Urteil verkünden zu können.

(ge)

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