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Klimaaktivisten seilen sich von Brücke ab – Autobahn in Frankfurt zeitweise voll gesperrt

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Von: Isabel Wetzel

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Von einer Brücke über der A648 in Frankfurt seilen sich mehrere Klima-Aktivisten ab. Mit der Aktion wollen sie für mehr Klimaschutz und eine Verkehrswende demonstrieren.
Von einer Brücke über der A648 in Frankfurt seilen sich mehrere Klima-Aktivisten ab. Mit der Aktion demonstrieren sie für mehr Klimaschutz und eine Verkehrswende. © Sebastian Gollnow/dpa

Für den Klimaschutz und die Verkehrswende wollen Aktivisten an Autobahnbrücken in Hessen demonstrieren. Beim Auftakt in Frankfurt sperrte die Polizei zeitweise eine Autobahn.

+++ 15.12 Uhr: Nachdem die Autobahn A648 gegen 14.00 Uhr wegen einer angekündigten Klima-Protestaktion zwischen dem Westkreuz Frankfurt und dem Katharinenkreisel in beide Richtungen voll gesperrt wurde, kann der Verkehr nun wieder fließen. Wie die Polizei Frankfurt via Twitter mitteilte, wurde die Sperrung aufgehoben. Der Abschnitt kann demnach wieder befahren werden. „Die Versammlung wurde durch den Versammlungsleiter beendet“, so die Polizei.

Mit der Abseilaktion von der Autobahnbrücke hatten Klimaaktivisten für Klimaschutz und Verkehrswende demonstriert. Während weitere Demonstranten am Freitag (21.01.2022) auf der Autobahnbrücke diese Forderungen unterstrichen, seilten sich drei Teilnehmer des Protests mit einem Transparent ab. Erst kurz zuvor hatte das Verwaltungsgericht Frankfurt das Abseilen für eine Dauer von 30 Minuten erlaubt. 

Frankfurt: Aktivisten dürfen sich von Brücke abseilen – Autobahn voll gesperrt 

+++ 13.50 Uhr: Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat das Verbot der Stadt gekippt, wonach sich die Klimaaktivisten nicht von der Autobahnbrücke über der A648 abseilen dürfen. Das Gericht hält das Verbot laut einer Mitteilung für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Zudem bemängelt es, dass sich die Stadt mit der Entscheidung zu viel Zeit gelassen habe. Der Antrag für die Versammlung sei bereits am 4. Januar beim Ordnungsamt eingegangen.

Es stünden zudem genügend Umleitungen zur Verfügung, sodass der Verkehr nicht maßgeblich beeinflusst wird, heißt es in der Mitteilung. Die Aktion solle aufgrund des Feierabendverkehrs am Freitagnachmittag allerdings auf maximal eine halbe Stunde begrenzt werden. Auf die Begründung der Stadt, dass das Brückengeländer am „Römerhof“ der Belastung einer Abseilaktion nicht standhalten könnte, sind die Richter in ihrem Urteil nicht eingegangen.

Klima-Protest in Frankfurt: Polizei sperrt Autobahn in beide Richtungen

Update vom Freitag, 21.01.2022, 13.30 Uhr: Am Freitagnachmittag gegen 14 Uhr startet in Frankfurt der erste von zahlreichen in Hessen angekündigten Protesten für eine schnellere Verkehrswende. Das Motto der Protestaktion lautet: „Spruchbänder an Autobahnbrücken sind kein Verbrechen – Autobahnen schon! Klimaschutz und Verkehrswende statt Strafverfahren gegen Aktivistis!“ Dafür haben Klimaschützer geplant, sich von einer Brücke über der Autobahn A648 in Frankfurt-Bockenheim abzuseilen und den Verkehr kurzzeitig zum Erliegen zu bringen.

Die Stadt hat dieses Vorhaben der Protestierenden mit einem Auflagenbescheid verboten. Die Demonstration dürfe stattfinden, das „Abseilen“ aus Sicherheitsgründen jedoch nicht. Trotzdem wird die A648 jetzt zwischen dem Westkreuz Frankfurt und dem Katharinenkreisel in beide Richtungen voll gesperrt, wie die Polizei auf Twitter mitteilt. Die Beamten gehen davon aus, dass die Autobahn in etwa ein bis zwei Stunden (15 bis 16 Uhr) wieder freigegeben werden kann.

Proteste in Hessen: Klimaaktivisten wollen sich von Autobahnbrücken abseilen

Erstmeldung vom Freitag, 21.01.2022: Frankfurt – Mehrere Aktionsgruppen haben für die kommenden Tage zahlreiche Proteste mit Abseilaktionen an Autobahnbrücken in Hessen* angekündigt. In Frankfurt, Gießen, Künzell bei Fulda und im nordhessischen Edermünde sollen Kundgebungen stattfinden. Die Klimaschützer wollen so ein Zeichen für besseren Klimaschutz und eine schnellere Verkehrswende setzen und den Verkehr auf den Autobahnen dafür zeitweise zum Erliegen bringen. Anlass für die Proteste ist Solidarität mit fünf Aktivisten, die ab dem 1. Februar in Frankfurt vor Gericht stehen.

Den Klimaschützern wird Nötigung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. Im Herbst 2020 hatten sie sich aus Protest gegen den Ausbau der A49 und die Rodungen im Dannenröder Forst von mehreren Autobahnbrücken im Rhein-Main-Gebiet abgeseilt – unter anderem an der A3 unweit des Wiesbadener Kreuzes, auf der A5 bei Zeppelinheim (Kreis Offenbach) und auf der A661 nahe dem Kaiserleikreisel in Offenbach.  

Eine Aktivistin seilt sich bei einem Protest 2020 von einer Autobahnbrücke ab. (Archiv)
Eine Aktivistin seilt sich bei einem Protest 2020 von einer Autobahnbrücke ab. (Archiv) © Martin Müller/Imago

Unfall nach Abseilaktion an der A3: Diskussion um Schuld und Gefahr

Bei der Abseilaktion an der A3 kam es im Oktober zu einem schweren Unfall im entstandenen Stau. Ein 29-jähriger Autofahrer wurde dabei schwer verletzt. Im Anschluss an die Protestaktion und dem schweren Unfall entbrannte eine Diskussion um die Schuldfrage. Während die Staatsanwaltschaft bei den Aktivisten zumindest eine Mitschuld an dem Unfall sah und die Ermittlungen einleiteten, wurde Kritik an einem „suggerierten Zusammenhang, den es nicht gibt“ laut.

Der Auftakt der aktuellen Proteste soll am Freitag (21.01.2022) in Frankfurt* stattfinden. Ab 14 Uhr wollen sich die Klimaschützer im Rebstockpark in Bockenheim versammeln. 30 Teilnehmer sind laut Stadt für die Versammlung angemeldet. Von dort aus soll der Protest über die Straße „Am Römerhof“ auf eine Autobahnbrücke über die A648 ziehen, wo der Protest geplant ist* und mit einer Abseilaktion Plakate angebracht werden. Dafür müsste die Autobahn zeitweise für den Verkehr gesperrt werden.

Klimaprotest in Frankfurt: Stadt verbietet Abseilaktion der Aktivisten

Bereits am Mittwoch (19.01.2022) fand ein Kooperationsgespräch zwischen dem Ordnungsamt der Stadt Frankfurt und den Anmeldern statt, wie ein Sprecher der Behörde der Frankfurter Rundschau sagte. Am Donnerstag (20.01.2022) erließ die Stadt Frankfurt dann Auflagen für den geplanten Protest. Die im Rahmen der Aktion geplante Abseilaktion wurde darin „aus Gründen der Gefahrenabwehr verboten“, heißt es in einem Statement der Stadt Frankfurt.

Als Begründung nennt die Stadt, dass das Geländer der Brücke über die Autobahn 648 in Frankfurt nicht für derlei Aktionen geeignet. Es sei nicht auszuschließen, dass das Brückengeländer unter der Last der abgeseilten Aktivisten bricht. Das würde die Gesundheit und möglicherweise sogar das Leben der Demonstrierenden gefährden. Bis auf die Aktion darf der Protest wie geplant stattfinden. (iwe) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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