Bester August seit 25 Jahren

Trotz Krisenmonat sinkt die Arbeitslosenzahl

Frankfurt - Im Sommer steigt normalerweise die Arbeitslosigkeit. Doch in diesem Jahr haben die starke Nachfrage nach Arbeitskräften und die früh beendeten Ferien für eine weiterhin positive Entwicklung gesorgt.

Auf dem hessischen Arbeitsmarkt herrscht auch im eigentlich schwierigen Monat August eitel Sonnenschein. Zum Stichtag waren 167.746 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das waren 1559 weniger als im Juli und 7852 weniger als im Vorjahresmonat. Im damit besten August seit 25 Jahren fiel die Quote im Vergleich zum Juli um 0,1 Punkte auf 5,0 Prozent. Üblicherweise steigen im August die Arbeitslosenzahlen an.

In diesem Jahr habe auch der frühe Ferientermin dazu beigetragen, dass viele Menschen bereits wieder einen neuen Job gefunden haben. In diesem Jahr stecken offenbar aber auch mehr Arbeitssuchende in Förderkursen oder sind kurzfristig nicht arbeitsfähig. Sie werden gemeinsam mit den Arbeitslosen in der so genannten Unterbeschäftigung statistisch erfasst. Diese Zahl lag mit knapp 229 000 Personen 0,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es laut Agentur aktuell mehr offene Lehrstellen als Bewerber. Direktionschef Frank Martin appellierte an Bewerber wie Ausbildungsbetriebe: „Stecken Sie den Kopf nicht in den Sand, sondern versuchen Sie, einen Ausbildungsplatz zu finden beziehungsweise einen Auszubildenden für Ihren Betrieb zu gewinnen. Ein zweiter Blick lohnt sich. Zum einen auf die Lehrstelle und zum anderen auf den Bewerber.“

Der DGB Hessen-Thüringen forderte von den Betrieben eine höhere Ausbildungsbereitschaft. „Wenn es kein Umdenken der Unternehmen bezüglich Quantität und Qualität der Ausbildung gibt, droht auf lange Sicht sonst ein Fachkräftemangel in Hessen“, erklärte die DGB-Vorsitzende Gabriele Kailing. Insbesondere die Situation von jungen Menschen mit Hauptschulabschluss gebe nach wie vor einen Grund zur Sorge. „Wir müssen aufpassen, dass nicht Teile einer Generation von der beruflichen Qualifizierung ausgeschlossen werden.“

Jeder dritte Arbeitslose zu arm für viele Alltagsgüter

Hessens Unternehmen würden nach Angaben ihres Dachverbandes VhU gerne noch mehr gut qualifizierte Frauen in Vollzeit einstellen. Bislang wählten sie häufig Teilzeitjobs, um Arbeit mit anderen Verpflichtungen unter einen Hut bringen zu können. Insbesondere Frauen mit Kindern, die in Vollzeit arbeiten wollen, benötigten hochwertige, bedarfsgerechte und bezahlbare Kinderbetreuung, erklärte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. Deshalb sollten Ganztagsbetreuung und Ganztagsschulen weiter ausgebaut werden. Dazu gehören nicht nur mehr Plätze, sondern auch die familienfreundliche Ausweitung und Flexibilisierung der Betreuungszeiten. (dpa)

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