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In Robe vor der Webcam: Landgericht Fulda ermöglicht in Zivilsachen digitale Verhandlungen

Am Landgericht Fulda verhandelt Richterin Sonja Kraus in Zivilsachen nun auch per Ton- und Videokonferenz. Das Verfahren erläutert Landgerichtspräsident Jochen Müller.
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Am Landgericht Fulda verhandelt Richterin Sonja Kraus in Zivilsachen nun auch per Ton- und Videokonferenz. Das Verfahren erläutert Landgerichtspräsident Jochen Müller.

Bei Zivilverhandlungen vor dem Landgericht Fulda müssen die Juristen nicht mehr zwingend vor Ort sein. Verhandelt wird nun auch per Videokonferenz - und das erfolgreich, resümiert Landgerichtspräsident Dr. Jochen Müller.

Fulda - Allein sitzt Sonja Kraus auf der Richterbank im Verhandlungssaal IV des Landgerichts Fulda*. Keine Kläger, keine Beklagten und keine am Verfahren beteiligten Juristen sitzen auf den Stühlen. Auffällig ist allerdings ein großer Monitor. Dennoch, die Richterin wartet. Eine Rechtsanwältin, die einen Kläger aus Fulda vertritt, fehlt noch. Die Freiburger Juristin steht jedoch nicht im Stau auf dem Weg vom Breisgau in die Barockstadt. Unklar ist kurz vor Verhandlungsbeginn hingegen, ob sie den Konferenz-Link überhaupt erhalten hat, der zur Teilnahme an der Online-Verhandlung eines Fuldaers gegen den Autokonzern VW notwendig ist.

Was bei Besprechungen in Unternehmen und Unterhaltungen in Familien inzwischen gang und gäbe ist, funktioniert seit kurzer Zeit nun auch im Gericht: Zivilsachen können per Bild- und Tonübertragung geführt werden*. Eine Voraussetzung ist laut Kraus, dass die Vertreter der Parteien sichtbar sind, weshalb sie im späteren Verlauf auch die Freiburgerin kurz daran erinnern wird, ihre Kameraeinstellung zu ändern. *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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