Knapp 10.800 Fälle

Gefährdung von Kindern: Jugendämter melden mehr Verfahren

Wiesbaden - Mitarbeiter der hessischen Jugendämter wurden im vergangenen Jahr häufiger alarmiert, um eine Gefährdung von Kindern in der Familie zu überprüfen.

In knapp 10.800 Fällen waren die Experten im Einsatz, wie das Statistische Landesamt gestern in Wiesbaden mitteilte, ein Anstieg um neun Prozent im Jahresvergleich. Die Initiative für die Gefährdungseinschätzung erfolge meist durch Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft. Die Hinweise kämen aber auch von Nachbarn, Schulen, Ärzten oder über anonyme Anzeigen. Die Hälfte der betroffenen Kinder sei unter sieben Jahren alt gewesen, erklärte die Behörde. Oft lebten die Kinder bei einem alleinerziehenden Elternteil oder bei einem Elternteil mit einem neuen Partner.

In rund einem Drittel der Fälle sei das Kindeswohl teils oder auch stark gefährdet gewesen, teilte das Landesamt weiter mit. Die Vernachlässigung der Kinder sei der häufigste Grund dafür gewesen. Dazu kämen psychische und körperliche Misshandlungen. Bei einer akuten oder latenten Gefährdung des Kindeswohls erfolgten immer Maßnahmen des Jugendamtes, erklärte eine Sprecherin des Statistischen Landesamtes. Es könne dann sogar dazu kommen, dass das Kind aus der Familie genommen werde. Intensive Erziehungsberatung zählte aber auch dazu.

Im Kreis Offenbach gab es 2017 insgesamt 399 registrierte Verfahren, in der Stadt Offenbach 146 und im Main-Kinzig-Kreis 549. Davon war in 55 (Kreis Offenbach), 19 (Stadt Offenbach) beziehungsweise 64 (Main-Kinzig-Kreis) Fällen das Kindeswohl akut gefährdet. Nach Delikten: Vernachlässigung: Kreis OF: 33, OF: 14, MKK: 26; Körperliche Misshandlung: Kreis OF: 25, OF: 5, MKK: 44; Psychische Misshandlung: Kreis OF: 16, OF: 9, MKK: 3; Sexueller Missbrauch: Kreis OF: 2, OF: 0, MKK: 2. (dpa/cm)

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