„Interessengeleitete Werbekampagne“

Gewerkschaft gegen Klassenfahrten zur Bundeswehr beim Hessentag

+
Mehr als 100 Menschen demonstrieren auf dem Bundeswehrgelände beim Hessentag mit einem "Die-In" gegen die Bundeswehr und die Rekrutierung von Schülern.

Frankfurt/Korbach - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will Klassenfahrten von Schülern zur Bundeswehr auf dem Hessentag in Korbach verhindern. Man bitte Schulleiter, von entsprechenden Besuchen abzusehen, erklärte ein Sprecher der GEW.

Die Gewerkschaft fürchtet, dass die Jugendlichen durch eine „interessengeleitete Werbekampagne und Karriereberatung“ in ihrer Berufswahl beeinflusst werden.

„Die Zur-Schau-Stellung von militärischen Gerätschaften sowie die Vorführungen beispielsweise von Nahkampfhandlungen zu martialischer Musik haben in den vergangenen Jahren wiederholt zu Irritationen und auch zu Kritik geführt“, erklärte die GEW. Die Berufsorientierung sei zwar eine wichtige schulische Aufgabe. Man wende sich aber gegen die Behandlung der Bundeswehr als einen gewöhnlichen Arbeitgeber. In diesem Zusammenhang verweist die Gewerkschaft unter anderem auf das für Soldaten bestehende Risiko von Traumatisierung, Verletzung bis hin zum Tod im Rahmen von Kampfeinsätzen.

Hessentag feiert Finaltag mit Festumzug: Bilder

Für die Truppe sind gegen sie gerichtete Proteste auf dem Hessentag nicht neu. Die Bundeswehr sei aber als Armee eines demokratisch verfassten Staates völlig legitimer Bestandteil einer solchen Veranstaltung, sagte Bundeswehrsprecher Wolf-Teja von Rabenau. „Wir sind seit 52 Jahren auf dem Hessentag, weil die Landesregierungen es so möchten – völlig egal, welcher Couleur sie angehört haben.“ Die Wirkung der Boykottaufrufe sei begrenzt: Obwohl die Gesamtbesucherzahl der Hessentage schwankt, seien zu den Angeboten der Bundeswehr nie weniger als 400 000 Menschen gekommen. Der Hessentag wird vom 25. Mai bis zum 3. Juni im nordhessischen Korbach gefeiert. (dpa)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare