„Hohe Grundaggressivität“

Als Ärzte verkleidet - Klinikbesucher verletzen Corona-Regeln

Um sich ins Evangelische Krankenhaus zu schmuggeln, haben sich Besucher als medizinisches Personal verkleidet.
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Um sich ins Evangelische Krankenhaus zu schmuggeln, haben sich Besucher als medizinisches Personal verkleidet.

Die Corona-Einschränkungen am Evangelischen Krankenhaus (EV) in Gießen sorgen für Probleme. Unverständige Besucher sind teils nicht nur aggressiv, sondern auch dreist.

Gießen – Es ist kaum zu glauben, aber wahr. Was Markus Schäfer, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses (EV), über die Entwicklungen am Einlass zur Klinik erzählt, sorgt für Fassungslosigkeit. »Wir beobachten eine hohe Grundaggressivität bei den Besuchern, die kein Verständnis für geltende Corona-Einschränkungen haben«, sagt Schäfer. Die Mitarbeiter am Einlass würden in zum Teil beleidigende Diskussionen verwickelt.

Immer wieder gebe es Probleme beim Vorzeigen von Test- und Impfzertifikaten und beim Tragen von Masken. Mittlerweile werde der Einlass aus diesem Grund nur in Ausnahmefällen mit nur einer Person besetzt. Seit 12. November gilt am EV aufgrund der steigenden Corona-Zahlen die 2G-Regel für Besucher*. Ab Montag gilt ein Besuchsverbot.

Krankenhaus in Gießen: Besucher werden kreativ, um Corona-Regeln zu umgehen

»Es kommen auch Besuchergruppen, die nicht akzeptieren wollen, dass nur ein Besucher pro Patient das Haus betreten kann«, sagt Schäfer. Um die Einlasskontrollen zu umgehen, würden manche Menschen indes »sehr kreative Wege« suchen, betont Schäfer. Und das ist zurückhaltend ausgedrückt. Er kann berichten, dass Besucher schon versucht haben, sich von Paketboten in die Klinik schleusen zu lassen oder sich als medizinisches Personal verkleidet und ausgegeben haben.

Ab Montag gilt am Evangelischen Krankenhaus in Gießen ein Besucherstopp.

Besonders niederträchtig: Es sei sogar schon vorgekommen, dass sich fremde Menschen bei älteren Patienten, die sich vor der Klinik die Füße vertreten haben, auf dem Weg zurück aufs Zimmer untergehakt haben, um vorzutäuschen, dass sie zusammengehören. »Es schleichen sogar Menschen ums Haus und suchen einen Hintereingang.«

Evangelisches Krankenhaus in Gießen: „Würden guten Willen sehr begrüßen“

»Wir würden es sehr begrüßen, wenn unsere Mitarbeiter am Eingang zukünftig auf Verständnis und guten Willen bei Patienten und Besuchern treffen«, sagt Schäfer, der das Problem mit dem Besuchsverbot zunächst gelöst hat, die Hoffnung, dass sich bei einer schrittweisen Öffnung etwas ändert, dürfte angesichts dieser Entwicklung gering sein. (mac) *giessener-allgemeine.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA:

Auch im Kreis Darmstadt-Dieburg hat eine Klinik ein Besuchsverbot verhängt.

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