Umstellung auf H-Gas

Unkooperative Kunden: Stadtwerke kündigt "sehr unpopuläre Maßnahme" an - Es könnte richtig teuer werden

+
Die Stadtwerke weisen darauf hin: Die Umstellung auf H-Gas hat Auswirkungen auf 25.000 Kunden in Gießen und Umgebung. 

Die Stadtwerke Gießen und ihre Partner stehen von einem Mammut-Prozess. Betroffen sind 25.000 Kunden. 

  • Deutschland stellt auf energiereicheres H-Gas um
  • Für viele Mittelhessen hat das konkrete Auswirkungen
  • Geräte von 25.000 Kunden müssen umgerüstet werden
  • "Das Risiko eines Weiterbetriebs wäre einfach zu groß"
  • Arbeiten in Gießen und vielen Kreis-Gemeinden
  • Für einige Kunden könnte es richtig teuer werden

Update, 12.2.2020: Am 3. März steht in weiten Teilen Gießen sowie in Lahnau und Heuchelheim die Umstellung auf energiereicheres H-Gas an. Um das zu ermöglichen, müssen die Geräte von rund 25.000 Kunden der Stadtwerke Gießen umgestellt werden. 

Doch nun wird klar: Einige Kunden mit Gasgeräten reagieren nicht auf die verschiedenen Anschreiben. "Sogar die mehrfachen telefonischen Versuche beziehungsweise die persönlichen Kontaktaufnahmen vor Ort schlugen zum Teil fehl", heißt es bei den Stadtwerken Gießen. 

Dort muss man nun zu einer "sehr unpopulären Maßnahme" greifen: Am 17. Februar beginnt der Netzbetreiber aus der Lahnstraße voraussichtlich damit, die Gaszufuhr bei betroffenen Anschlüssen zu sperren. Ein Weiterbetrieb über den 3. März hinaus wäre mit einem zu hohen Risiko verbunden, "unter extremsten Umständen sogar einem für Leib und Leben". 

Stadtwerke Gießen: Im Zweifel muss Straße aufgebaggert werden

Eine Unterbrechung der Gasversorgung könnte für die betroffenen Kunden in Gießen, Lahnau und Heuchelheim nicht nur unangenehm, sondern im Zweifel auch richtig teuer werden. So heißt es bei den Stadtwerken: "Wenn der Zugang verwehrt bleibt und keine Absperreinrichtung in der Hausanschlussleitung eingebaut ist, kann das richtig teuer werden. Denn dann muss die MIT.N die Straße aufgraben lassen, um die Gaszufuhr unterbrechen zu können. Die dabei entstehenden Kosten gehen schnell in den vierstelligen Bereich und werden den Eigentümern oder den Gerätenutzern in Rechnung gestellt."

Erstmeldung, 17.1.2020: In Staufenberg ist es bereits geschafft. Für die Stadt Gießen und die anderen Kreisgemeinden geht es nun erst los: Weil künftig in Deutschland nur noch das energiereichere H-Gas durch die Leitungen strömt, stehen Gasnetzbetreiber vor einer echten Herausforderung. Sie müssen deutschlandweit die Geräte von Millionen Gaskunden an die neue Gasqualität anpassen. Auch 25.000 Kunden der Stadtwerke Gießen in Mittelhessen sind betroffen. 

In Staufenberg ist die Umrüstung abgeschlossen. Nun, im Frühjahr 2020, steht Gießen an. Dazu Heuchelheim, Lahnau, Buseck, Fernwald, Linden, Pohlheim und Reiskirchen. Insgesamt handelt es sich um etwa 33.000 Geräte. Anfang März ist es in großen Teilen der Stadt Gießen sowie in den Kommunen Heuchelheim und Lahnau so weit. Mitte April folgen die verbliebenen Teilbereiche in der Stadt Gießen sowie die Ortsnetze von Buseck, Fernwald, Linden, Pohlheim und Reiskirchen. 

Stadtwerke Gießen: Umstellung auf H-Gas hat Auswirkungen auf 25.000 Kunden

Welche Auswirkung hat die Umstellung auf H-Gas auf die Kunden? Alle betroffenen Gaskunden erhalten ein Terminanschreiben. Aus dem geht hervor, wann die von der Mittelhessen Netz GmbH beauftragten Monteure kommen, um die Gasgeräte für die Verbrennung von H-Gas umzurüsten. In der Hochphase sollen hierbei rund 40 Spezialisten an täglich bis zu 400 Anlagen Bauteile austauschen – etwa Düsen, Platinen oder Blenden – oder justieren deren Einstellungen. Die Arbeiten vor Ort werden von den engagierten Unternehmen Reitz-Topmann GmbH, SPIE Gastechnischer Service GmbH und Semoring GmbH durchgeführt. 

Die Stadtwerke Gießen hoffen hierbei auf die Unterstützung der 25.000 betroffenen Kunden: Weil das Zeitfenster für die Umrüstung sehr klein ist, bekommen die betroffenen Mittelhessen Termine, zu denen die Arbeiten an den Geräten durchgeführt werden sollen. 

Stadtwerke Gießen: "Das Risiko eines Weiterbetriebs wäre einfach zu groß"

Kommt es hier nicht rechtzeitig zu einem Geräteaustausch beziehungsweise zu Terminen für die Datenaufnahme und die anschließende Umrüstung, so heißt es bei den Stadtwerken Gießen, bleibt der MIT.N keine andere Wahl, als die Gaszufuhr zum Zeitpunkt der Umstellung abzustellen. "Das Risiko eines Weiterbetriebs wäre einfach zu groß und ist deshalb vom Gesetzgeber untersagt", sagt Rüdiger Schwarz als Geschäftsführer der Mittelhessen Netz GmbH. Auch speziell all jene, an deren Gasgeräten noch nicht der gelbe Sticker mit der Aufschrift "Gerät erhoben" klebt, sollten sich schnell bei der MIT.N melden. 

Die entsprechenden Anschreiben zu Anpassungen im Zuge der Umstellung auf H-Gas sollen die 25.000 betroffenen Kunden in Kürze erhalten. 

red

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare