Lange Haftstrafen

Transsexuelle und Frauen zur Prostitution gezwungen: Urteil gegen Thai-Connection gefallen

Die Urteile im Prozess um Zwangsprostitution und Menschenhandel in Maintal bei Hanau sind gefallen. Die Köpfe der Thai-Connection wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.

  • Urteil im Prozess um Zwangsprostitution und Menschenhandel in Maintal (Main-Kinzig-Kreis)
  • Menschenhändlerring und Bordelle in Maintal
  • Das Gericht in Hanau verhängt lange Haftstrafen für Haupttäter

Maintal/Hanau – Die führenden Köpfe des bundesweit agierenden Bordell- und Schleuserrings „Thai-Connection“ sind vom Landgericht Hanau zu Freiheitsstrafen zwischen 8 Jahren und neun Monaten und zwei Jahren verurteilt worden. Die 5. Große Strafkammer sah es nach dem über ein Jahr dauernden Prozess als erwiesen an, dass die Hauptangeklagte Daeng B. und ihr Lebensgefährte Martin J. von Siegen aus den Menschenhändlerring geleitet haben, unter anderen mit einem Bordell in Maintal.

Thai-Connection in Maintal: Menschenhandel und Zwangsprostitution

Sie hatten in mindestens 25 Fällen vor allem Transsexuelle und Frauen mit erschlichenen Touristenvisa nach Deutschland eingeschleust und sie monatelang zur Prostitution gezwungen. Die Frauen waren gezwungen, die angeblichen Kosten für die Einschleusung – durchschnittlich 15 000 Euro – abzuarbeiten. Das Gericht unter dem Vorsitz von Richter Andreas Weiß verurteilte die beiden Hauptangeklagten wegen gewerbsmäßigen Einschleusens, schweren Menschenhandels sowie schwerer Zwangsprostitution und Steuerhinterziehung.

Daeng B. muss für acht Jahre und neun Monate, Martin J. für viereinhalb Jahre hinter Gitter. Zwei thailändische Schwestern, die in Maintal-Dörnigheim das Bordell „Sun-Thai“ betrieben hatten, wurden zu Freiheitsstrafen von jeweils drei Jahren verurteilt. Eine „Hausdame“ erhielt wegen Beihilfe zwei Jahre Haft auf Bewährung Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hatte Freiheitsstrafen von neun, fünf sowie dreieinhalb Jahren gefordert, die Verteidiger deutlich geringer Strafen.

Hanau: 43 Verhandlungstage im Prozess um Thai-Connection

Der Mammutprozess in Hanau hatte im Mai vergangenen Jahres begonnen und insgesamt 43 Verhandlungstage gedauert. Zuletzt war wegen der Corona-Pandemie der Congress-Park Hanau zum Verhandlungssaal umfunktioniert worden. Auf die Spur des Netzwerks war die Kriminalpolizei Hanau gestoßen, die bei unangemeldeten Kontrollen illegale Prostituierte entdeckt hatte.

Immer wieder kommt es vor, dass junge Frauen zur Prostitution gezwungen werden. In Offenbach werden zwei Menschen wegen dem Verdacht der Zwangsprostitution verhaftet. Die Polizei geht von deutlich mehr Opfern als bisher bekannt aus.

Von Thorsten Becker

Rubriklistenbild: © Mike Bender (Archiv)

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