Nordhessische Gemeinde erwartet von 25. Mai bis 3. Juni rund 750.000 Besucher

Korbach ist Hansestadt, Goldlager und aktuell Hessentagsstadt

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Goldstück für den Ministerpräsidenten: Das Hessentags-Paar Lisa-Marie Fritzsche und Lukas Goos traf Volker Bouffier (CDU) gestern im Wiesbadener Landtag.

Korbach - Hessens größtes Volksfest startet am Freitag im nordhessischen Korbach. In der 24.000-Einwohner-Stadt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Eine zentrale Rolle beim Hessentag spielt ein begehrtes Edelmetall.

Hätte der Hessentag eine Farbe, wäre er in diesem Jahr golden. Denn Gastgeber für das Landesfest ist Korbach – und die nordhessische Hansestadt verfügt nach eigenen Angaben über Deutschlands größte Goldlagerstätte. Daher lautet nicht nur das Hessentagsmotto „Sympathisch. Bunt. Goldrichtig!“, sondern auch das Hessentagspaar hat eine Verbindung zum Edelmetall: Neben Hansekaufmann-Darsteller Lukas Goos wird die städtische Goldmarie Lisa-Marie Fritzsche auftreten.

Dabei wird der Hessentag in diesem Jahr (Hessentag 2018 in Korbach: Veranstaltungen, Tickets, Parken und Bands) kleiner ausfallen als im Vorjahr. 750.000 Besucher insgesamt werden vom 25. Mai bis 3. Juni erwartet, 1,4 Millionen waren es 2017 in Rüsselsheim. Allerdings ist Korbach mit 24.000 Einwohnern auch wesentlich kleiner.

11,2 Millionen Euro beträgt laut Ralf Buchloh, dem Hessentags-Sprecher der Stadt, das Budget für das Fest. Nach Abzug der Einnahmen sollen am Ende 2,8 Millionen Euro Kosten an Korbach hängen bleiben – so die Kalkulation im Rathaus.

Für die Stadt lohne sich der Hessentag aber, sagt Buchloh. Mit Millionenzuschüssen vom Land putzt Korbach sich heraus. Das größte Projekt ist die Erneuerung des Bahnhofs und Omnibusbahnhofs inklusive Umfeld für über zehn Millionen Euro. Auch die Fußgängerzone wird saniert. Private Gebäudebesitzer machten ebenfalls mit: „Man spürt es an jeder Ecke der Stadt, es wird gebaut und gehämmert“, erklärt Buchloh.

Größter Veranstaltungsort für Konzerte ist ein Großparkplatz, auf dem die Continental-Arena entsteht: Sie bietet 15.000 Plätze, unter anderem treten dort der Rapper Cro und die Band Mando Diao auf. Dass die Arena mindestens einmal ausverkauft ist, steht bereits fest: Für das Neunziger-Festival „FFH-Just 90s!“ gibt es seit zwei Wochen keine Tickets mehr.

Allerdings sorgte die Arena auch für Gesprächsstoff: Denn die „FFH Just White-Party“ – seit 2011 ein Publikumsmagnet der Hessentage – fällt in diesem Jahr aus. Eine so „große Produktion mit kleinem Eintrittspreis“ sei in der Arena nicht möglich gewesen, sagt der Sprecher des privaten Radiosenders FFH, Dominik Kuhn.

Der Hessische Rundfunk holt bei einem dreitägigen Festival während des Hessentags Sunrise Avenue, Adel Tawil, Revolverheld und Rea Garvey auf die Bühne. Den Charakter des Landesfestes sollen aber weiterhin regionale Vereine und Gruppen mit Konzerten, Aufführungen, Ständen und anderen Angeboten prägen, erklären die Stadt Korbach und das Land Hessen als Veranstalter. Höhepunkt ist der Festzug am 3. Juni mit 146 Nummern und 3200 Mitwirkenden.

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Die Landesvertretung ist unter anderem mit einer Ausstellung, öffentlichen Sitzungen und Podiumsdiskussionen dabei. „Auf dem Hessentag kommt zehn Tage lang all das zusammen, was unser Land das ganze Jahr über zu etwas Besonderem macht. All die vielen Puzzleteile, die unser Land ergeben und unsere Gesellschaft zusammenhalten, fügen sich auf dem Hessentag einmal im Jahr an einem Ort zu einem perfekten Gesamtbild zusammen“, sagt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Fast schon Tradition sind auf den Hessentagen die Konflikte um die Teilnahme der Bundeswehr: In diesem Jahr hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Schulleiter aufgefordert, keine Klassenfahrten zum Bundeswehrgelände des Hessentags zu machen. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte das scharf kritisiert. Die Bundeswehr sei eine demokratisch legitimierte Organisation und damit ein wichtiger Bestandteil Deutschlands, so der Minister. (dpa)

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