Zehn Jahre Haft

Freundin getötet und Tat verschleiert

Heidelberg - Eine junge Frau aus Heidelberg wird in Südhessen tot entdeckt - versteckt in einem Gebüsch. Ihr Lebensgefährte räumt die Tat ein, allerdings sei es ein Unfall gewesen. Die Anklage spricht hingegen von Vorsatz. Nun hat das Gericht geurteilt.

Im Prozess um den Tod einer jungen Frau hat das Heidelberger Landgericht den damaligen Lebensgefährten der 26-Jährigen wegen Totschlags zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte habe Julia B. im August 2017 mit direktem Tötungsvorsatz erwürgt oder erdrosselt, urteilten die Richter am Dienstag. Die Aussage des Beschuldigten, die Frau sei nach einem Schlag im Streit unglücklich gestürzt, sah die Kammer rechtsmedizinisch widerlegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte hatte im Prozess beteuert, er habe den Tod der Frau nicht gewollt und bitte um Entschuldigung. Nach der Tat sei er ziellos auf der Autobahn umhergefahren und habe bei Zwingenberg in Südhessen ein Gebüsch entdeckt, in dem er die Leiche versteckt habe. Das Handy von Julia B. habe er in den Neckar geworfen. Bei Zwingenberg (Kreis Bergstraße) rund 40 Kilometer nördlich von Heidelberg war das Opfer am 1. September 2017 gefunden worden.

Das Gericht sprach in seiner Begründung von einer umfangreichen Beweisaufnahme. Das Urteil stütze sich auf eine Gesamtschau verschiedener Indizien. Die Richter folgten weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass der Beschuldigte die Frau tötete, weil sie sich von ihm trennen wollte.

Bundesanwaltschaft fordert Höchststrafe für Zschäpe

Die Staatsanwaltschaft hatte von Vorsatz gesprochen und elf Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Körperverletzung mit Todesfolge. Sie hatte gefordert, dass die Dauer einer Haftstrafe vier Jahre und sechs Monate nicht überschreitet.

Zur Frage, warum er die Leiche versteckt habe, hatte der Angeklagte im Prozess gesagt, er habe befürchtet, bei einer möglichen Haftstrafe seine beiden Kinder nicht mehr sehen zu können. Deshalb habe er die Tat verschleiern wollen. Er sprach von einem "Notfallmodus", den er als Sanitäter bei der Bundeswehr gelernt habe. Damit meinte der Beschuldigte, einen "kühlen Kopf" in Extremsituationen zu bewahren. (dpa)

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