Hessen-Büro für ländlichen Raum

Schäfer will Finanzverwaltung regionalisieren

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Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) will „Arbeitsplätze zu den Menschen bringen“.

Wiesbaden - Hessen will seine Steuer- und Finanzverwaltungen noch stärker in den ländlichen Regionen des Landes ansiedeln.

In der Planung ist ein Behördenstandort in der Fläche, an dem Leute mit Wohnort in der Nähe, die sonst für ihren Job in ein Ballungszentrum fahren müssten, an mehreren Tagen in der Woche arbeiten können. Das kündigte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) in Wiesbaden an. „Wir werden diese Möglichkeiten auch anderen Behörden anbieten. Es könnte dann eine Art Hessen-Büro werden“, sagte Schäfer. Ein Standort für den Bürogebäudekomplex mit entsprechender Infrastruktur zum Arbeiten sei bereits ins Auge gefasst worden. Eine finale Entscheidung für das Pilotprojekt werde noch in diesem Jahr gefällt.

Es werde auch weiter daran gearbeitet, perspektivisch noch mehr Arbeitskräfte aus unterschiedlichen Steuerbereichen im ländlichen Raum zusammenzuführen, erklärte der Minister. Dabei gehe es um Personal im dreistelligen Bereich. „Da steckt eine richtige Strategie dahinter, an der ich bereits seit Längerem arbeite“, betonte Schäfer. Im ersten Quartal nächsten Jahres sollen die konkreten Pläne vorgestellt werden. Bislang wurde entschieden, dass die Grunderwerbsteuer zukünftig zentral für ganz Hessen im Finanzamt Alsfeld-Lauterbach im Vogelsbergkreis bearbeitet werden soll. Auch die landwirtschaftliche Betriebsprüfung wird künftig in Ämtern gebündelt, die abseits der Ballungszentren liegen. Das Finanzamt Bensheim bekommt etwa zusätzliche Dienstposten zur Bearbeitung der Körperschaftssteuer.

„Wir wollen einerseits an bestimmten Stellen näher an den Steuerpflichtigen heranrücken“, erklärte der hessische Finanzminister. Er nannte als Beispiel, dass die Bearbeitung der Körperschaftssteuer von Darmstadt nach Bensheim verlagert werde. Das ergebe Vorteile für Unternehmen in Südhessen, der Bergstraße oder dem Odenwald. „Das Gesamtmotto lautete aber, die Arbeit zu den Menschen zu bringen und gleichzeitig die Finanzverwaltung weiter zu stärken.“ (dpa)

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