Suche nach Abkühlung

Wo die Hessen nicht schwitzen müssen

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In der Teufelshöhle ist es gleichbleibend kühl.

Frankfurt - Wer der Hitze entfliehen möchte, findet Abkühlung in Freibädern, klimatisierten Einkaufszentren, schattigen Wäldern. Oder an anderen Orten im Land, an denen man nicht schwitzen muss – eine Auswahl:.

  • Meeresbrise: Wer sich in der Nähe der Bad Nauheimer Gradierwerke aufhält, den umweht eine angenehm frische und salzige Luft. Möglich macht es das Funktionsprinzip der Bauwerke: Sole, also salzhaltiges Wasser, tröpfelt meterhohe Wände aus Reisigbündeln hinab, zerstäubt und verdunstet. Besucher brauchen nur noch tief einatmen, die Augen schließen – und können sich fast wie an der See fühlen. Zum Glück: Denn die Wetterau-Stadt holte in dieser Woche bereits zweimal den Titel als heißester Ort der Republik.
  • Hessen-Gipfel: Ein paar Grad kühler als im Flachland ist es dort, wo man der Sonne so nah ist wie nirgends anders in Hessen. Auf der Wasserkuppe, dem höchsten hessischen Berg, kann man es immer ein bisschen besser aushalten als im Rest des Bundeslandes. Im rund 30 Kilometer entfernten Fulda wurde längst – wie an vielen anderen Orten – die 30-Grad-Marke locker geknackt. Ruhebedürftige können auf der Wasserkuppe dem Treiben diverser Flugsportler zuschauen, bewegungsorientierte Besucher gehen zahlreichen Freizeitaktivitäten nach.
  • Wildererhöhle: Den Sommer über ist die „Leichtweißhöhle“ im Wiesbadener Stadtwald als ehemaliges Wildererversteck bei Ausflüglern beliebt – vor allem bei Kindern. Dann bietet die Höhle mit einer Temperatur von rund fünf Grad Erfrischung, wie Wärter Uwe Haun berichtet. Bei Regen werde es gefühlt noch kälter.
  • Eishalle: In kurzen Hosen Eislaufen und danach im Freizeitbad untertauchen – diese ungewöhnliche Kombination bietet der Kurbetrieb in Willingen an. Bereits den vierten Sommer in Folge bleibe die Eishalle gegenüber dem Lagunen-Erlebnisbad offen, sagt Betriebsleiter Miro Gronau: „Wir haben einen Riesenerfolg damit.“ Die offene Halle locke Profi-Wintersportler an wie Eishockeyteams und Eiskunstläufer. Doch auch Breitensportler kommen an mindestens zwei Stunden pro Tag. Zum Energieverbrauch macht der Kurbetrieb keine Angaben. Allerdings spare man dank eines ausgeklügelten Wärmetauschsystems. Wärme, die beim Kühlen der Eishalle entstehe, werde im Lagunenbad genutzt.
  • Tropfsteinhöhle: In Steinau an der Straße befindet sich nach eigenen Angaben Hessens älteste Schau- und Tropfsteinhöhle. In der Teufelshöhle können Stalaktiten und Stalagmiten und andere typische Höhlengebilde bestaunt werden. Und das Gute daran: Dort herrschen nur sieben bis elf Grad, ganzjährig. Eine übliche Führung – auch zur Erkundung der Fledermaus-Vorkommen – dauert etwa 30 Minuten, warme Kleidung wird empfohlen.
  • Kältekammern: Im Ice Lab in der Spessart Therme in Bad Soden-Salmünster kann man sich einen Frische-Kick bei minus 110 Grad abholen. Die Anwendung dient zwar vor allem medizinischen Zwecken, kann aber auch einfach etwas fürs Wohlbefinden sein. Die Ganzkörper-Kältetherapie wird seit 1984 insbesondere in Reha-Kliniken eingesetzt. Bevor man sich zwei bis drei Minuten der Kälte aussetzt, wird man in der Therme durch zwei Vorkammern vorbereitet, bei minus zehn und minus 60 Grad – in Badebekleidung, mit festen Sportschuhen, Socken, mit Handschuhen sowie Ohren- und Mundschutz. In Taunusstein gibt es eine Kältesauna, die sogar auf bibbrige minus 130 Grad heruntergekühlt ist.
  • Bergwerke: Sich abkühlen und dabei etwas lernen – das geht in den Besucherbergwerken in Hessen. Sie befinden sich vor allem in Nord-, Mittel und Südhessen, etwa die Grube „Ludwig“ bei Wald-Michelbach und „Fortuna“ bei Solms-Oberbiel.
  • Subantarktishaus: Hinter den getönten Scheiben des Hauses im Frankfurter Palmengarten wachsen Pflanzen aus kühl-gemäßigten Regionen wie Patagonien oder Feuerland. „Im Subantarktishaus ist es deutlich kühler – aber das ist vielen Besuchern gar nicht so bewusst“, sagte Palmengarten-Botanikerin Hilke Steinecke. Wünschenswert wären in dem Gewächshaus im Sommer Temperaturen von 15 bis 20 Grad, sagte ein Mitarbeiter. Tatsächlich sind es derzeit 26 Grad – immer noch milde im Vergleich zu den Außentemperaturen.
  • Ewiges Eis: Das findet man an den Hängen der Dornburg im Kreis Limburg-Weilburg. An der Öffnung eines Stollens strömt fünf bis sechs Grad kalte Luft hinaus. Das Erdreich ist dort metertief gefroren. Bei den derzeit hochsommerlichen Werten gibt die Luft in dem eiskalten Berg ihre Wärme ab und strömt kühl hinaus. Entdeckt wurde das ewige Eis im Jahr 1839, als Arbeiter an dem Hang Steine für den Straßenbau abtragen sollten. Das Eis machte sich wenige Jahre später eine Brauerei zunutze, die Kühlräume einrichtete. (dpa)

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