Großeinsatz

Polizei jagt Raser über 300 Kilometer – mit 30 Streifenwagen und Hubschrauber

Die Polizei verfolgte den Raser aus Hessen über 300 Kilometer. (Symbolbild)
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Die Polizei verfolgte den Raser aus Hessen über 300 Kilometer. (Symbolbild)

Die Polizei jagt einen Hessen aus Erbach im Odenwald. Er verursacht etliche Unfälle. Zahlreiche Streifenwagen, ein Hubschrauber und ein Warnschuss sind nötig.

München/Hohenfels - In einer 300-Kilometer-Irrfahrt hat die Polizei einen aus Hessen stammenden Raser durch Bayern verfolgt und dann in der Oberpfalz festgenommen. Der 53-Jährige aus Erbach im Odenwald war Autofahrern in München durch sein Verhalten aufgefallen.

Der Samstagmorgen (19.06.2021) um 6.30 Uhr markiert den Start der etwa 300 Kilometer langen Irrfahrt. Zwei Verkehrsteilnehmer in einem Kleintransporter wurden auf einen VW Tiguan mit Erbacher Kennzeichen aufmerksam, weil dieser durch München mit Warnblinker und ständigem Hupen fuhr, teilte die Polizei mit. Bei einer roten Ampel erkundigten sich die beiden, ob es ein Problem gäbe. Daraufhin sei der Mann ausgestiegen, habe einen Stein auf die Motorhaube gelegt und sei weitergefahren.

Verfolgungsjagd: Raser aus Erbach in Hessen wirft Gegenstände auf die Fahrbahn

Nur etwa eine Stunde später meldete ein BMW-Fahrer den Mann aus Erbach in Hessen wegen einer gefährlichen Aktion auf der A92 an die Polizei. Der BMW-Fahrer überholte mit rund 180 km/h mehrere Lkw, als sich der VW-Fahrer von hinten mit Lichthupe auf etwa zehn Meter Abstand näherte. Nach seinem Überholvorgang wechselte der BMW-Fahrer auf den rechten Fahrstreifen.

Plötzlich scherte der Fahrer des VW sehr knapp vor ihm ein und bremste stark auf etwa 140 km/h ab. Nur durch den Wechsel auf den linken Fahrstreifen konnte ein Zusammenstoß verhindert werden. Doch durchatmen konnte der BMW-Fahrer noch nicht, denn der VW-Fahrer soll anschließend in der Mitte der beiden Fahrstreifen Würfel oder Nägel auf die Fahrbahn der A92 geworfen haben.

Auch nach dieser Aktion ist noch kein Ende der Irrfahrt in Sicht. Um kurz vor acht fährt der 53-Jährige aus Hessen auf der Autobahn A92 nach dichtem Auffahren in das Heck eines Mercedes. Nach dem Zusammenstoß öffnet die Beifahrerin ihre Tür, diese wurde kurzerhand von dem VW-Fahrer weggefahren. Nachdem der VW noch die Leitplanke berührt hatte, setzte er seine Fahrt in Richtung Deggendorf fort. Bei dem Unfall kam es zu keiner Verletzung, wie die Polizei berichtet.

Ein Zivilfahrzeug der Polizei, das der Raser auf seiner Flucht gerammt hat.

Irre Verfolgungsjagd: Polizei verfolgt Mann aus Hessen – Warnschuss fällt

In der Nähe von Regensburg soll der 53-Jährige wenig später auf der A3 einfach abgebremst haben und kam auf der rechten Fahrspur zum Stehen. Doch nur, um kurz darauf auf bis zu 200 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen und der Polizei davonzufahren. Dabei schnitt er mehrere Autofahrer. Bei Beratzhausen habe der Mann aus Erbach in Hessen ein Polizeiauto „mutmaßlich vorsätzlich“ gerammt und sei durch ein Weizenfeld geflüchtet, hieß es vonseiten der Beamten. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Inzwischen bekam die Polizei Unterstützung aus der Luft durch einen Hubschrauber. Bei Hohenfels rammte der 53-Jährige wieder mehrere Polizeiautos und wurde anschließend über eine Böschung geschleudert. Vor einem weiteren Fluchtversuch wurde der VW-Fahrer durch einen Warnschuss gestoppt und anschließend festgenommen. Trotz vieler Unfälle kam es zu keinen Verletzungen.

Wegen seines psychischen Zustandes wurde der 53-Jährige aus Erbach im Odenwald in eine Fachklinik gebracht, wie die Polizei mitteilte. Gegen den Mann wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. An der irren Verfolgungsjagd waren neben einem Polizeihubschrauber zeitweise fast 30 Streifenfahrzeuge beteiligt. (dsc mit dpa)

Ein Mann wird bei einem schweren Unfall in Erbach* in Hessen verletzt. Seinen Führerschein ist er ebenfalls los. *op-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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