Hessen auf Platz zwei

Sehr hohe Arbeitslosigkeit von hessischen Lehrern in den Sommerferien

Wiesbaden - An Hessens Grund- und Förderschulen herrscht akuter Lehrermangel. Pensionäre sollen reaktiviert und die Zahl der Studienplätze erhöht werden. Für die FDP ist das noch nicht genug.

Hessen wird für Lehrer nach Einschätzung der FDP immer weniger attraktiv. Bei der Arbeitslosigkeit der Pädagogen während der Sommerferien belege das Land bundesweit nach Baden-Württemberg den zweiten Platz, sagte der Bildungsexperte der FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang Greilich, der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Das werde zu einem Abwandern in andere Bundesländer führen und die angespannte Situation bei der Lehrerversorgung gerade an den Grundschulen nochmals verstärken.

Die Liberalen beziehen sich bei ihrer Kritik auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Demnach waren 2013 in den relevanten Monaten Juli und August 759 Pädagogen ohne Job. Nach der Regierungsübernahme von CDU und Grünen sei die Sommerferien-Arbeitslosigkeit dann im Jahr 2014 auf 998, ein Jahr später auf 1063 und 2016 auf 1102 Lehrer gestiegen, erklärte Greilich. "Das ist ein schlechtes Signal im Wettbewerb Hessens mit den anderen Ländern um die besten Lehrer", betonte der FDP-Politiker und kündigte einen Antrag der Liberalen dazu für die nächste Landtagssitzung an.

Greilich forderte die schwarz-grüne Regierungskoalition auf, Lehrer mit befristeten Anstellungen dauerhafte Verträge anzubieten. Sollte das nicht umsetzbar sein, sollten die Pädagogen zumindest so angestellt werden, dass auch die Zeit der Sommerferien in die Vertragszeit fällt und damit "eine gerechte Bezahlung erfolgt". Wegen des Lehrermangels an Grund- und Förderschulen versucht Kultusminister Alexander Lorz (CDU) derzeit, Pensionäre zu reaktivieren.

Insgesamt hatte Lorz seit Januar 2180 Pädagogen angeschrieben, davon rund 1600 Ruheständler. Auch Lehrern kurz vor der Rente sollte so ein längerer Dienst an den Schulen schmackhaft gemacht werden. Bis Ende März hatten sich rund 300 Pädagogen auf den Brief des Ministers gemeldet. (dpa)

Jeder dritte Arbeitslose zu arm für viele Alltagsgüter

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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