Corona-Krise

Hessens Straßen dank Corona sicherer

Weil viele Menschen wegen Corona zu Hause sind, haben es Wohnungseinbrecher momentan schwer.  
+
Weil viele Menschen wegen Corona zu Hause sind, haben es Wohnungseinbrecher momentan schwer.

Während einige Berufstätige momentan aus dem Homeoffice weiter arbeiten können, ist das natürlich für die meisten Polizeibeamten kein Thema. Doch die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit der Polizei durcheinandergewirbelt.

Offenbach – Zu den ohnehin größeren Sicherheitsvorkehrungen, die Polizeibeamte naturgemäß von Berufs wegen treffen müssen, kommt nun auch der Infektionsschutz hinzu: So sind Streifenwagen beispielsweise mit Einweghandschuhen, Mundschutz und Desinfektionsmittel ausgestattet. „Zudem sind alle Polizeibeschäftigten bezüglich Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen sensibilisiert und werden regelmäßig über aktuelle Handlungsempfehlungen informiert“, berichtet eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Südosthessen. Das Einsatzgeschehen hat sich bereits nach knapp zwei Wochen bestehender – und stetig verschärfter – Corona-Einschränkungen geändert: „Die Anzahl der Anzeigen und gemeldeten Straftaten hat seit Inkrafttreten der hessischen Verordnungen zur Bekämpfung des Coronavirus abgenommen“, bilanziert die Sprecherin. Das gelte sowohl für Einbruchsdelikte und die Straßenkriminalität, als auch für häusliche Gewalttaten.

Auch in anderer Hinsicht machen sich die Folgen der Pandemie für Polizei – aber auch für Verkehrsteilnehmer – bemerkbar: Zwar liegt der Polizei noch keine Statistik der Unfallzahlen aus den letzten zwei Wochen vor, doch der Trend ist eindeutig: „Gefühlt sind sehr viel weniger Unfallanzeigen für Zeugenaufrufe in den letzten Tagen bei unserer Pressestelle eingegangen“, berichtet die Sprecherin des Polizeipräsidiums Südosthessen. Stattdessen haben die Beamten mit der Durchsetzung der Corona-Verordnung neue Aufgaben bekommen: „Es kam in der vergangenen Woche zu zahlreichen Einsätzen, weil sich Bürgerinnen und Bürger in größeren Personengruppen als der erlaubten fünf – beziehungsweise seit Sonntag zwei – zusammengefunden hatten. Dies konnte im gesamten Dienstgebiet beobachtet werden“, heißt es aus dem Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach. „In den allermeisten Fällen zeigten sich die Bürger einsichtig, sodass die Polizeibeamten die Lagen kommunikativ lösten. Nur in einzelnen Fällen wurden die Sachverhalte an das jeweilige örtlich zuständige Ordnungsamt weitergeleitet.“

Polizei in Hessen: Die 110 ist nur für Notfälle

Allerdings sei auffällig oft der Notruf gewählt worden, um Personengruppen und mögliche andere Verstöße gegen die Corona-Beschränkungen zu melden. „In diesem Zusammenhang bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, die Notrufnummer 110 wie üblich nur bei Notfällen anzurufen“, appelliert die Polizei.

Und auch, wenn für die meisten Polizeibeamten Homeoffice keine Möglichkeit ist – zumindest in einer Hinsicht lassen sich die Kontakte reduzieren: „Interne Besprechungen werden auf ein Mindestmaß beschränkt, außerdem nutzen wir Video-und Telefonkonferenzen“, heißt es aus dem Polizeipräsidium Südosthessen.

VON NIELS BRITSCH

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare