„Gut für Land und Region“

Hessische Politiker kommentieren die Pläne für Opels Zukunft

+
Ein frischer Wind weht in der Rüsselsheimer Firmenzentrale des defizitären Autobauers Opel. Das begrüßen auch Hessens Politiker.

Rüsselsheim/Wiesbaden - Hessens Landesregierung und die Opposition haben erleichtert auf die Ankündigung des Opel-Mutterkonzerns PSA reagiert, bei dem Sanierungsplan für den Autobauer auf betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen zu verzichten.

„Das klare Bekenntnis von Opel zu den Werken und zu den Arbeitsplätzen ist gut für unser Land, für die Stadt und die ganze Region“, erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gestern in Wiesbaden. Nun müsse es dem Unternehmen gelingen, die entscheidenden Weichen für die Zukunftsfähigkeit des Autobauers zu stellen, um nicht den Anschluss zu verlieren, betonten die beiden Spitzenpolitiker. Dabei werde das Rüsselsheimer Forschungs- und Entwicklungszentrum einen wichtigen Beitrag leisten. „Made in Rüsselsheim“ sollte aber nicht für größer, schwerer und PS-stärker, sondern für vernetztes und autonomes Fahren sowie alternative Antriebe stehen, betonte Al-Wazir.

SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel sprach ebenfalls davon, dass bei Opel eine verantwortungsbewusste Restrukturierung eingeleitet werde. Er erwarte nun, dass die Anpassung bestehender Tarifverträge sowie anderer betrieblicher Vereinbarungen an die künftige Firmenstruktur einvernehmlich zwischen Opel-Gesamtbetriebsrat, Gewerkschaften und Management geregelt werde, betonte der Sozialdemokrat.

Große Hoffnungen setze er auch auf die Elektrifizierung der Modellpalette. „Die neue Muttergesellschaft hat – anders als General Motors – alles, was Opel braucht, um mit einem intelligenten Technologiemix die kommenden Abgasgrenzwerte einzuhalten und nachhaltige Mobilitätskonzepte umzusetzen. Das ist eine große Chance für Opel. Wir sollten jetzt schnell entscheiden, wie die staatliche Förderung der Elektromobilität zielgenauer und wirksamer gestaltet werden kann, damit Opel und die anderen Automobilunternehmen in Deutschland ihrer wichtigen Rolle für unser Wirtschafts- und Wohlstandsmodell auch in Zukunft gerecht werden können.“

Zur IAA setzt die PS-Branche vor allem auf Faszination

Die Grünen im Landtag bewerten den Zukunftsplan als insgesamt positives Signal. „Opel hat erkannt, vor welchem Umbruch die Automobilindustrie steht. Das Unternehmen will konsequent darauf setzen, den Ausstoß der Flotte an klimaschädlichem Kohlendioxid zu reduzieren, und bis 2024 sollen alle Modelle elektrifiziert sein. Damit ist endlich auch bei einem deutschen Automobilhersteller angekommen, dass der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell ist. Das werten wir als ein gutes Signal für die Wettbewerbsfähigkeit und den Klimaschutz“, erklärt die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Kaya Kinkel. „Ein positives Signal ist auch, dass im hessischen Standort Rüsselsheim ein globales Kompetenzzentrum für Ingenieurleistungen etabliert werden soll“, so Kinkel weiter. „Auch nach Auslaufen der Beschäftigungsgarantie Ende 2018 soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben; alle Werke sollen erhalten bleiben. Das sind aus unserer Sicht gute Entscheidungen.“ (dpa/cm)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare