Naturschützer fürchten Verlust von Streuobstwiesen

Abzock-Vorwürfe gegen Großkeltereien

Frankfurt - Für viele Kleinbauern und Streuobstwiesenbesitzer lohnt es sich nicht mehr, Äpfel zu ernten und zum Keltern zu bringen. Der Vorwurf: Die Branchenriesen zahlten zu wenig dafür. Naturschützer mahnen, Pflege und Ernte der Streuobstwiesen müssten sich wieder lohnen. Die Firma Possmann wehrt sich gegen die Vorwürfe. Von Kristina Bräutigam

Hobby-Kelterer und Streuobstwiesenbesitzer aus der Region werfen Branchenriesen wie etwa Possmann vor, die Preise für gelieferte Äpfel zu drücken und notfalls billig aus Osteuropa zuzukaufen. Zehn Euro pro 100 Kilo zahlten die großen Keltereien, sagt etwa Alexander Lühn, der seit 30 Jahren in Offenbach Apfelwein herstellt: „Dafür bückt sich keiner mehr.“

Geschäftsführer Peter Possmann bestreitet die Vorwürfe. „Für 100 Kilo Äpfel zahlen wir in diesem Jahr 14 Euro, 40 Prozent mehr als in den Vorjahren.“ Um den „Produktionsbedarf“  zu decken, kaufe man auch Äpfel aus benachbarten Bundesländern. „Aber nur die kleinste Menge stammt aus dem Ausland.“ Einen höheren Preis könne das Unternehmen nicht zahlen - schließlich verkaufe man den Apfelwein im Supermarkt. 

Bilder: Fest im Zeichen des Apfelweins

Damit Pflege und Ernte der Streuobstwiesen wieder rentabel würden, wäre allerdings für Bio-Obst eine Preisgestaltung von 24 bis 26 Euro, bei konventionellem von 18 bis 20 Euro pro 100 Kilo nötig, meint ein Naturschützer - und zwar als Fixbetrag, sonst verschwänden immer mehr Streuobstwiesen. Extratipp.com berichtet ausführlich darüber.

Nicht ganze Wiesen, dafür aber jede Menge Äpfel sind in dieser Saison in der Region auf andere Weise verschwunden - nämlich geklaut worden, unter anderem in Froschhausen.  

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © dpa

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