Millionen müssen mit Mehrausgaben rechnen

Höhere Heizkosten für Mieter

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In Deutschland werden ein Viertel der Wohnungen mit Öl beheizt. Für Mieter kann es aufgrund höherer Brennstoffpreise in diesem Jahr bei der Abrechnung spürbar teurer werden.

Offenbach/Hanau - Heizen dürfte in Hessen nach Jahren sinkender Preise wieder teurer werden. So müssen Mieter, die ihre Wohnung mit Öl warm halten, für 2017 vermutlich erheblich nachzahlen, teilt der Deutsche Mieterbund (DMB) laut seiner neuen Heizkostenprognose mit. Als Grund nennt der DMB viel höhere Brennstoffpreise.

Entwarnung gibt es dagegen für Abnehmer von Erdgas. Da sanken die Energiepreise im vergangenen Jahr um ein Prozent, berichtet DMB-Geschäftsführer Ulrich Ropertz. Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung zahlten Mieter etwa 800 Euro jährlich. Unverändert seien die Ausgaben für Wohnungen, die mit Fernwärme beheizt werden. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung kostet demnach 930 Euro. Ropertz betont, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, die im Einzelfall beträchtlich nach unten oder oben variieren können.

Konkrete Preisunterschiede dürfte es in der Region geben: Der Mieterbund Hanau geht bei der Fernwärme-Versorgung der Brüder-Grimm-Stadt davon aus, dass es aufgrund der angekündigten Stilllegung des Staudinger-Blocks 5 im Sommer zu leichten Erhöhungen kommt. „Da muss die Stadt Hanau einspringen. Diese bietet den Fernwärmeanschlussnehmern künftig Blockheizkraftwärme an“, sagt der Hanauer Mieterbund-Vorsitzende Hans-Egon Heinz.

Vorbereitung auf die kalten Tage: Heizung checken und warten

Für seine Prognose berechnete der Mieterbund wetterbedingte Veränderungen und die Entwicklung der Energiepreise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren die Heizölpreise im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gestiegen, die für Gas ließen um 2,8 Prozent nach. Fernwärme wurde um 1,5 Prozent billiger. Hier lassen sich die Energiekosten jedoch nicht eins zu eins in Heizkosten umrechnen, weshalb der Mieterbund mit Abschlägen arbeitet.

Die Monate Januar bis April 2017 fielen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas kälter aus. Die milden Monate September bis Dezember dürften diesen Mehrverbrauch weitgehend ausgeglichen haben, so der Mieterbund weiter. (afp/soh)

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