Höhere Preise, weniger Spielorte

Festspiele wollen Defizit verringern

Bad Hersfeld - Die andauernden Finanzprobleme bei den Bad Hersfelder Festspielen haben weitreichende Folgen: Außer der Theater- und Musicalbühne in der Stiftsruine werden keine Nebenschauplätze mehr bespielt. Von Jörn Perske

Und die Zuschauer müssen für Eintrittskarten künftig tiefer in die Tasche greifen. Rabatte und Vergünstigungen sollen auf den Prüfstand gestellt und begrenzt werden, Vorverkaufsgebühren auf die Karten umgelegt werden. Die Festspielleitung präsentierte gestern Vorschläge, um die seit Jahren bestehende Finanzmisere in den Griff zu bekommen. In der im August beendeten Sommersaison war das Budget erneut massiv überzogen worden, laut Prognosen um 600.000 Euro – trotz Rekordetat von 7,825 Millionen Euro. In seiner dritten Saison hatten Intendant Dieter Wedel und sein Team Rekorde bei Kartenverkäufen und Zuschauerzahlen aufgestellt.

Die kaufmännische Festspielleiterin Andrea Jung konkretisierte, wie die Preiserhöhung aussehen könnte. Der Stadtpolitik werde der Vorschlag unterbreitet, die Eintrittspreise im Schnitt um zwei bis drei Euro zu erhöhen, aber nur im mittleren und oberen Preissegment. Die günstigsten Preise und Sozialrabatte sollen bestehen bleiben. Gekürzt werden sollen indes Rabatte an schlechter besuchten Werktagen. Zuletzt gewährten die Festspiele Rabatte in Höhe von 500.000 Euro.

Bilder der 66. Bad Hersfelder Festspiele

Der Verzicht auf die Nebenbühne im Schloss Eichhof stellt eine Zäsur dar. Über Jahrzehnte hinweg wurden dort kleinere Produktionen gezeigt. Gestorben sind weitere Theaterschauplätze, die erst vor Kurzem aus der Taufe gehoben worden waren: die sogenannte Spielwiese neben dem alten Kirchengemäuer und das Theaterzelt für Kinder. Im Jahr 2018 wollen die Festspiele bei der Finanzplanung eine Punktlandung hinlegen. (dpa)

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