Islamischer Religionsunterricht bleibt Thema

Ditib muss Unabhängigkeit von der Türkei beweisen

Wiesbaden - Die Landesregierung setzt dem Moscheeverband Ditib eine Frist bis Ende nächsten Jahres. Bis dahin muss Ditib professionelle Strukturen und seine Unabhängigkeit zur Türkei vorweisen.

Um weiter islamischen Religionsunterricht an Hessens Schulen geben zu dürfen, muss der Moscheeverband Ditib seine Unabhängigkeit vom türkischen Staat beweisen. Das geht aus einem am Dienstag in Wiesbaden veröffentlichten Gutachten hervor, das Kultusminister Alexander Lorz (CDU) mit Experten präsentierte. Bis Ende nächsten Jahres muss Ditib demnach unter anderem den Aufbau eines Mitgliederregisters und die Herausbildung hinreichender professioneller Verwaltungsstrukturen vorweisen.

Es gebe zwar bislang keine nachweisbare Einflussnahme der Moscheegemeinde auf den von staatlichen Lehrkräften erteilten Unterricht oder auf die Pädagogen selbst, erklärte der Minister. Da es aber eine institutionelle Verbindung mit der türkischen Religionsbehörde Diyanet gebe, sei - gerade vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung in der Türkei - eine unzulässige Einflussnahme nicht ausgeschlossen. Der Schulalltag in Hessen soll von den Vorgängen jedoch nicht betroffen sein, kündigte Lorz an.

Seit dem Schuljahr 2013/2014 gibt es islamischen Religionsunterricht in Hessen. Neben dem Unterrichtsangebot von Ditib wird dieser auch in Kooperation mit der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft angeboten. Im laufenden Schuljahr besuchen laut Ministerium insgesamt rund 3300 Schüler an 56 Grundschulen und zwölf weiterführenden Schulen die bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichte.

Türkei bringt oppositionelle Zeitung auf Regierungslinie

Rubriklistenbild: © Marijan Murat

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